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07.06.2021

Sanierung der Gaststätte in Süderfahrenstedt zieht sich

Süderfahrenstedt
Weiteres Gutachten erforderlich, um an Fördermittel zu kommen


Neugierig auf die Sitzung der Gemeindevertretung machte letzte Woche der Tagesordnungspunkt es der TOP „Sachstand Gaststätte“. Doch schon mit seinem ersten Satz dämpfte Bürgermeister Johann Thomsen die Erwartung: „In meiner Euphorie hab ich gedacht, dass wir schon weiter wären.“ Nachdem bereits mehrere Gutachten erstellt worden sind, ist nun ein weiteres zur Wirtschaftlichkeit angefordert worden. Das hängt mit der Ortskernentwicklung zusammen, in der ein neuer Saal für die Gastwirtschaft das hauptsächliche Projekt ist. Doch um an Fördergeld zu kommen, müssen Auflagen an Gutachten erfüllt werden. Man hätte dies alles gern zeitnah und gleichzeitig erfüllt, anstatt „kleckerweise“ von Nachschlägen überrascht zu werden. So hat sich jetzt die Besorgnis breitgemacht: „Hoffentlich kriegen wir die Ausschreibung noch rechtzeitig bis 1.Oktober hin.“ In dem Zusammenhang wunderte sich Johannes Jessen über die „Ruhe unseres Architekten“.

Haushaltsplan

Dann hatte er aber einige Punkte weiter doch noch Konkretes, als er den zweiten Nachtrag zum diesjährigen Haushaltsplan vorstellte, der anschließend einstimmig beschlossen wurde: Er war nötig geworden nicht nur wegen 13 000 Euro für die Oberflächenentwässerung in der Meiereistraße, sondern vor allem wegen des Investitionsvolumens von 950 000 Euro für die Gaststätte. Davon sind 400 000 Euro zum Ausgeben noch in diesem Jahr angedacht und der Rest für 2022.
Gerechnet wird mit 75 Prozent Zuschuss aus dem Entwicklungsprogramm. Der Nachtragshaushalt enthält ein Darlehen von 250 000 Euro „zu megagünstigen Konditionen“ (so Finanzvorsitzender Johannes Jessen) sowie die Zahlung von rund 10 000 Euro aus den liquiden Mitteln. „Beinahe hätten wir uns das alles sparen können und heute hier nicht gesessen“, wusste Bürgermeister Johann Thomsen: Der neue Bräter war nämlich heißgelaufen, hat schon abgestellte Behälter zum Schmelzen gebracht, hätte somit beinahe einen Brand ausgelöst und ist inzwischen durch einen Griller ersetzt worden.
Nicht so ganz zufrieden zeigten sich die Gemeindevertreter auch mit einer weiteren Geldausgabe, die über zwei Jahre gestreckt wird: die Sanierung des Glockenturms in Böklund. Ein neuer Turm sei für ein Drittel der veranschlagten 350 000 Euro zu bauen; da müsse man nur wegen Denkmalschutz kein Geld versenken, so die einhellige Meinung. Bald schon werde es bei nur noch drei Pastoren in ehemals sieben Kirchengemeinden bei weitem nicht mehr jeden Sonntag Gottesdienst in Böklund geben. Wozu also unbedingt ein Holzturm aus dem 16. Jahrhundert? Doch von außerhalb war moralischer Druck aufgebaut worden: Die Standortgemeinde Böklund hatte mit zwei satten Beträgen die Finanzierungslücke verkleinert, Stolk hatte mit einer auf zwei Jahre verteilten Spende guten Willen gezeigt. Angesichts dieser beiden „Vorreiter“ wollte Süderfahrenstedt die Dreier-Solidargemeinschaft nicht verlassen: In Relation zur Einwohnerzahl hilft nun auch die kleinste politische Gemeinde im Kirchspiel Fahrenstedt dem Glockenturm.

Autor: Hans-Werner Staritz 
Quelle: www.shz.de