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09.03.2021

Süderfahrenstedt kauft Aktien

Gemeinde beteiligt sich in den nächsten drei Jahren mit 104 Anteilen an der SH Netz AG


Das war knapp: Hätte nur ein Gemeindevertreter mehr gefehlt, wäre die Beschlussfähigkeit in der Gemeindevertretung Süderfahrenstedt nicht mehr gegeben gewesen -- und die jetzt gefasste Entscheidung hätte man in einer erneuten Sitzung unter Einhaltung gesetzlicher Fristen auch nicht nachholen können. Nun aber ist klar: Die Gemeinde nimmt das Angebot der Schleswig-Holsteinischen Netz AG an, sich in den nächsten drei Jahren mit 104 Anteilen am Unternehmen zu beteiligen.
Ausschlaggebend für die Entscheidung waren eine garantierte Rendite von jährlich 13.200 Euro, ein Rücknahmeversprechen zum Einkaufspreis und der zurzeit mit 0,01 Prozent günstige Zinssatz für das Darlehen in Höhe von rund 500.000 Euro. Man hätte die Netzanteile auch aus der Rücklage finanzieren können, um für geparktes Geld nicht mit Negativzinsen belastet zu werden. Bürgermeister Johann Thomsen tendierte allerdings zur Aufnahme eines Kredits, um für die weitere Sanierung der gemeindeeigenen Gaststätte ausreichend Gestaltungsmöglichkeiten zu erhalten. Er wurde einstimmig ermächtigt, mit der Verwaltung die optimale Finanzierung zu regeln.
Vorausgegangen war eine Diskussion darüber, ob es moralisch sauber sei, sich Gewinne gutschreiben zu lassen, die letztlich alle Stromkunden bezahlen. Doch es siegte die Erkenntnis: „Das Risiko geht gegen Null;und das Geld tut unserer Kasse gut, und damit geben wir unseren Bürgern mit Investitionen in die eigene Infrastruktur etwas zurück.“ Für den Erhalt dieser zusätzlichen Einnahme war es allerdings erforderlich, Wegenutzungsverträge für Strom und Gas mit der S-H Netz AG abzuschließen. Das geschah in Windeseile, denn es gab keinen zweiten Anbieter.
Unter den Zuhörern war auch der vorige Bürgermeister Heinrich Mattsen. Er murmelte im Weggehen: „Das Geld hätten sie schon Jahre früher haben können.“ Damit spielte er an auf eine legendäre Versammlung aller Gemeindevertretungen von Südangeln im Jahr 2010 in Stolk. Damals beugte sich der Rest seiner Vertretung gegen sein einsames Votum dem Druck des Amtes nach einer Neuerung, die anschließend nie Wirklichkeit wurde. Nun haben neue Vertreter „das Rad zurückgedreht“, und die Gemeinde kalkuliert mit einer jährlichen „Spritze“ in die Haushaltskasse.

Autor: Hans-Werner Staritz 
Quelle: www.shz.de