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27.02.2009

Aktivregion Schlei-Ostsee spendiert 166 000 Euro für sechs Projekte
Kappeln
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hjk
– Die Lokale Aktionsgruppe (LAG) der Aktiv-Region Schlei-Ostsee hat im Kappelner Rathaus ein erstes „Förder-Paket“ auf den Weg gebracht. Wie Vorsitzender Hans-Werner Berlau, Vorsteher des Amtes Südangeln, darlegte, stellt die LAG aus ihrem Jahresbudget von 300 000 Euro zunächst 166 000 Euro für sechs Projekte zur Verfügung.

Am stärksten profitiert im einmütig verabschiedeten Programm Süderbrarup. Berlau plädierte dafür, für ein historisch bedeutsames Vorhaben den sonst üblichen Finanzrahmen von 50 000 Euro zu überschreiten. Ausgezahlt werden 99 800 Euro: ein Betrag, der 55 Prozent der zuschussfähigen Gesamtkosten ausmacht. Laut Projektbeschreibung verfügt die Gemeinde Süderbrarup mit dem Thorsberger Moor über ein „echtes archäologisches Highlight“ aus der römischen Kaiserzeit. Überhaupt sei der Süderbraruper Raum durch eine lang anhaltende Siedlungskontinuität – von der Steinzeit bis in die Gegenwart – geprägt, heißt es ergänzend dazu. Doch für die Besucher sei die Besonderheit der historischen Stätten kaum zu erkennen. Deshalb soll jetzt mit einem „Stationsweg“ die Reihe der archäologischen Denkmale erschlossen werden, wobei das Thorsberger Moor und das steinzeitliche Grabhügel „Kummerhy“ im Blickpunkt stehen. Zwar verbleiben die Opferfunde aus dem Moor an ihrem angestammten Platz auf Schloss Gottorf, doch wird in Höhe der alten Süderbraruper Ausgrabungsstätte eine moderne Betonkonstruktion aus drei Stelen errichtet. Diese Station, von einem schützenden Glasdach überspannt, soll anhand von Schautafeln den Besuchern das nötige Hintergrundwissen vermitteln. Der Hügel „Kummerhy“ wird restauriert. Für die unmittelbar hier vorbeiführende Museumsbahnstrecke ist die Anlage einer neuen Haltestelle geplant. Vernetzt werden beide Denkmale mit dem Bürgerpark und historischen Stätten wie dem Marktplatz und der „Heiligen Quelle“. Den Löwenanteil der Investitionskosten von insgesamt 215 000 Euro wird die Gemeinde Süderbrarup bereitstellen.

Gleich drei Projekte werden von der Aktiv-Region Schlei-Ostsee zur Stärkung des Fremdenverkehrs gefördert. Dazu gehört die Erstellung eines Tourismuskonzepts für den „Ostseefjord Schlei“. Laut Geschäftsführerin Anke Lüneburg geht es darum, das Profil zu schärfen, neue Erkenntnisse über Leitbilder, Ziele und Marketing-Strategien zu gewinnen und zu erfahren, welche Wert-Schätzung aus diesem Wirtschaftszweig erwartet werden kann. Zuschusshöhe: 33 000 Euro. Weitere 12 100 Euro gewährt die LAG für die Optimierung der touristischen Service-Qualität in der Region Ostsee-Schlei. Dabei soll die Ausbildung von sachkundigen Reiseführern eine wichtige Rolle spielen. Schulungen werden außerdem für jene Dienstleister im touristischen Bereich angeboten, die sich das neue kundenfreundliche Service-Prädikat „Q“ verdienen wollen.

Erforderlich erscheint darüber hinaus die so genannte „Visualisierung“ historischer Rundgänge an Ostsee und Schlei. Noch gilt die Ausschilderung in den Dörfern zu vorgeschichtlichen Stätten eher als mangelhaft, Gottorf und Haithabu ausgenommen. Um die Auffindbarkeit von versteckten Kostbarkeiten zu erleichtern, sollen demnächst für relevante Orte Wegweiser aufgestellt und Flyer herausgegeben werden. Die Aktiv-Region beteiligt sich mit 13 200 Euro an diesem Vorhaben.

Eine Summe von 16 200 Euro kommt dem Erhalt der „Alten Ziegelei“ in Borgwedel zugute. Dieses alte Bauwerk wurde vor drei Jahren zum 50. Naturerlebnisraum in Schleswig-Holstein proklamiert. Es dokumentiert auf einer ehemaligen Industriefläche die Rückkehr der Natur. Mit dem bewilligten Geld kann die Dachsanierung finanziert werden.

Zur Sprache brachten der LAG-Vorstand und das Flensburger Planungsbüro Plewa die Auswirkungen des Konjunkturprogramms II der Bundesregierung. Zum Teil zeichnen sich dadurch verbesserte Chancen für Investitionen ab. So können die Planer von über die Regionen hinausstrahlenden „Leuchtturm-Projekten“ darauf hoffen, dass die maximale Zuschusshöhe von 55 auf 75 Prozent klettert. Auch der Bau von Radwegen könnte davon profitieren. „Bei alledem gibt es aber noch manche offene Fragen“, merkte Hans-Werner Berlau an.

 

27.02.2009 
Quelle: shz.de - hjk