Hilfsnavigation

Startseite | Kontakt | Öffnungszeiten | Impressum | Datenschutz | Sitemap



06.03.2020

Hundekot sorgt für Ärger

Schaalby

Schaalbyer Anwohner beschweren sich über herumliegende Haufen / Gemeinde will Beutelspender aufstellen

Lars Petersen aus dem Schaalbyer Bau- und Wegeausschuss brachte es in der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung auf den Punkt: „Ein Schweinehaufen ist das“, sagt er und meinte damit herumliegenden Hundekot.

Besonders im Bereich der Schule liegen verstärkt Hundehaufen in den Büschen und ärgern Anwohner und Eltern. Sogar von Kindern werde er auf die Situation angesprochen, da es häufig vorkomme, dass sie in die Hinterlassenschaften treten und den Dreck in die Häuser schleppen, erklärte Petersen.

Genauso ärgerlich seien die gefüllten Hundekotbeutel, die von den Hundebesitzern immer seltener entsorgt würden. „So geht das nicht“, sagte Petersen und appellierte an die Bürger: „Nehmt die Tüten mit nach Hause.“ Die Gemeinde überlegt nun, versuchsweise ein Projekt zu starten, bei dem für je 360 Euro Spender mit Beuteln aufgestellt werden sollen. „Etwas muss gemacht werden, denn das ist echt eklig. Wenn man die Hundehalter darauf anspricht, wird man angepflaumt“, sagte Petersen.

Bürgermeister Karsten Stühmer meinte dazu: „Viele Hundebesitzer kümmern sich, ganz viele aber eben nicht. Sonst werden wir andere Maßnahmen ergreifen, notfalls über die Hundesteuer.“ Dagegen hielt Gemeindevertreter André Meyhoff: „Die Hundesteuer ist für das Halten eines Hundes und nicht für Beseitigung der Hinterlassenschaften. Die Gemeinde ist nicht verpflichtet Hundekot zu entsorgen.“ Außerdem finde er, dass das Baugebiet zu groß für nur zwei Beutelspender sei: „Am liebsten müsste an jeder Laterne ein Spender hängen.“

Zu Gast in der Gemeinderatssitzung waren Angela Zanon vom Planungsbüro Springer und Merv Panten, der als Investor und Vorhabenträger das Konzept des „Baugebiets Weide“ vorstellte. Auf der 9800 Quadratmeter großen Fläche sollen zwei Mietobjekte und acht Grundstücke entstehen. Hauptsächlich ging es um die Klärung der Frage, ob der Weg, der zu den einzelnen Grundstücken führen soll, in gemeindliche Hände übergeben werden kann. Bislang sei es nur eine Erschließungsstraße.

Bürgermeister Stühmer wollte vorab geklärt wissen, ob ausreichend Stellplätze eingeplant sind. Die einzelnen Grundstücke sind derzeit in Größen von 555 bis 690 Quadratmetern geplant.

Nach einer Besichtigung ist klar geworden, dass die Gemeinde das Geld in die Hand nehmen muss, um die durch das viele Regenwasser entstandenen Schäden zu beheben. Lars Petersen sagte: „Zum Teil sind die Gräben jahrelang nicht geräumt worden, da kann nichts ablaufen, weil es total zugewuchert ist.“ Mancher Knick sei bis zu 60 Zentimeter weit in die Straße gewachsen, und viele Schächte seien verstopft. „Das Gestrüpp ist teilweise 20 Jahre lang gewachsen. Wir haben einige Schächte noch gar nicht wiedergefunden“, sagte Lars Petersen. Die Kosten belaufen sich auf 5 Euro pro laufenden Meter. Einstimmig fassten die die Gemeindevertreter den Beschluss, die Gräben zu sanieren. Im Finanzausschuss soll dafür ein Nachtrag über 50.000 Euro beantragt werden.

In der Sitzung ging es auch um die geplante Aussichtsplattform auf Reesholm. Der Widerstand der Gemeindevertretung dagegen war groß. Für Anette Jäger von den Grünen war die Größe das Problem: „Das ist jenseits von Gut und Böse.“ Das Bauwerk soll zweistöckig, sechs Meter hoch werden und über eine Grundfläche von 32 Quadratmetern verfügen. Auch Gisela Ohmsen frage: „Warum muss das so groß sein? Es würde auch was Kleineres gehen.“ Lars Petersen warf ein: „Das passt gar nicht ins landschaftliche Bild.“ Wulf Dippel befürchtet: „Die Kosten werden sich überschlagen.“ Das Thema dürfte die Gemeindevertretung noch eine Weile beschäftigen.

Weiteres in Kürze:

Die Aufträge für den Neubau des Dörfergemeinschaftszentrums wurden vergeben.

Der Beschluss über die Sanierung der Dreillingsbrücke wurde noch nicht abschließend gefällt. Bevor die Verfahrensweise endgültig beschlossen wird, wollen die Zuständigen in anderen Gemeinden nachfragen, wie es dort gemacht wurde. Bürgermeister Stühmer möchte Handlungsoptionen und Preise vergleichen.

Autor: Heidi Schultz 
Quelle: www.shz.de