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11.12.2012

Treffpunkt verzweifelt gesucht

Suche nach Alternative für teuren Dorfhaus-Neubau in Goltoft geht weiter / Gemeinde verabschiedet Resolution: „Das Projekt ist wichtig“
Goltoft

 

Dorfversammlungen wurden in Goltoft früher in der „Doppeleiche“ abgehalten. Mittlerweile wurde die Gastwirtschaft aufgegeben, das Gebäude verkauft und abgerissen. Der fehlende Versammlungsraum wird schmerzlich vermisst. In dem Dorf wird seit geraumer Zeit verzweifelt nach einer Alternative gesucht, bislang vergeblich. Wie wichtig auch den Einwohnern ein Treffpunkt im Dorf ist, wurde jetzt wieder in der Einwohnerfragestunde der jüngsten Gemeinderatssitzung deutlich: Die Mandatsträger wurden nach der Zukunft einer Versammlungsmöglichkeit im Ort gefragt. Das nach der Schließung der Gastwirtschaft angedachte Dorfgemeinschaftshaus soll laut Beschluss der vorangegangenen Sitzung aus Kostengründen nicht gebaut werden (wir berichteten).
Bürgermeister Hans-Joachim Thomsen legte noch einmal die Rahmenbedingungen dar: 250 000 Euro Baukosten waren für das Dorfgemeinschaftshaus veranschlagt worden, die Ausschreibung hatte schließlich Kosten von etwa 360 000 Euro erbracht. Trotz Einsparungen bis zur Schmerzgrenze hätten die Kosten nicht auf unter 320 000 Euro gedrückt werden können. Daraufhin hatten die Mandatsträger das Projekt abgeblasen – unter anderem, weil im kommenden Jahr Kommunalwahlen sind und man die neue Gemeindevertretung nicht mit einem unverantwortlich hohen Schuldenberg belasten will.
Doch ganz fallen lassen will man das Thema in Goltoft auch nicht. Deshalb verabschiedeten die Gemeindevertreter einstimmig folgende Resolution: „Das Projekt ist wichtig! Aber es tritt jetzt eine kreative Denkpause ein, in der Alternativen geprüft werden.“
Durch veränderte Einnahmen und Ausgaben war die Gemeinde gezwungen, einen Nachtragshaushalt zu verabschieden. Insbesondere durch erhöhte Schulkostenbeiträge und Beteiligung an Kindergärten entsteht ein strukturelles Defizit von 7000 Euro. Die Erstellung des digitalen Kanalkatasters schlug mit 3700 Euro Mehrkosten zu Buche und die Vorbereitung des zwischenzeitlich abgeblasenen Neubaus eines Dorfgemeinschaftshauses kostete bereits 13 600 Euro. Ein Grundstücksverkauf reduzierte den Gesamtfehlbetrag auf 16 800 Euro, der über die Rücklage ausgeglichen wurde. Die Rücklage hat zum Jahreswechsel einen Bestand von etwa 130 000 Euro.
Die Gemeindevertretung beschloss zudem den Doppelhaushalt 2013/2014. Er schließt im Verwaltungsteil mit 264 100 / 289 300 Euro und im Vermögensteil mit 34 700 / 13 000 Euro ab. Dabei ergibt sich für 2013 ein strukturelles Defizit von 4600 Euro, während 2014 einen finanziellen Spielraum von 5400 Euro behält. Im kommenden Jahr ist eine Entnahme aus der Rücklage von 12 900 Euro nötig während 2014 der Rücklage 4300 Euro zugeführt werden können.Investitionen in diesem Zeitraum sind 7000 Euro für die Anschaffung digitaler Funkgeräte für die Feuerwehr, 3000 Euro Investitionskostenzuschuss für den Kindergarten Ulsnis sowie 9000 Euro für die Erstellung des digitalen Kanalkatasters. Die Hebesätze der Realsteuern bleiben gleich mit 260 Prozent bei den Grundsteuern A und B sowie 380 Prozent bei der Gewerbesteuer.
Autor: ql, 11.12.2012 
Quelle: www.shz.de