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05.10.2012

Vorerst kein Dorfhaus für Goltoft

Gemeinderat stoppte Ausschreibungsverfahren wegen unerwartet gestiegener Kosten / Alternativvorschläge sollen erarbeitet werden
Goltoft

Eine gewisse Dramatik hatte sich bereits im Vorfeld der jüngsten Sitzung der Goltofter Gemeindevertreter angedeutet. Denn zur Beratung und Beschlussfassung über den Bau des geplanten Dorfgemeinschaftshauses war mit einer verkürzten Ladungsfrist von nur fünf Tagen eingeladen worden. Dieser Termindruck ergab sich aus der Notwendigkeit, die am Ausschreibungsvorgang beteiligten Firmen bis gestern über die Ergebnisse zu informieren. Letztlich wird nun aber kein Bieter den Zuschlag erhalten. Denn die Ausschreibung wurde mit Blick auf zu starke Abweichung von der Kostenschätzung aufgehoben.
Architekt Ralf Schwarzbold-Lentz hatte die in der vergangenen Woche eingegangenen Angebote miteinander verglichen und eine Bausumme von etwa 300 000 Euro ermittelt – gegenüber einem zuvor zugrunde gelegten Schätzpreis von 250 000 Euro. Zusätzlich müssten noch Kosten für die Umlegung einer Wasserleitung (werden aus dem Schmutzwasserhaushalt beglichen) und der vorläufig zurückgestellte Umbau des Feuerwehrgerätehauses eingeplant werden.
„Diese Summe kann ich nicht verantworten“, entfuhr es Gemeindevertreter Rudolf Schulte spontan. Auch andere äußerten sich gegen die Annahme des Angebots, die Forderungen reichten von einer Verkleinerung bis zur Aufgabe des ganzen Projekts.
Schwarzbold-Lentz begründete den starken Anstieg der Ausschreibungsergebnisse durch die derzeitige Auslastung der Baubetriebe, die vor allem dem Sanierungsstau öffentlicher Gebäude wie Schulen und Kindergärten geschuldet sei. Er schlug vor, die Ausschreibung Anfang des Jahres zu wiederholen, wenn die Firmen wieder dringender Aufträge benötigten und die Angebote dann vermutlich niedriger ausfielen. Eine Aufhebung des Angebots sei nach Paragraph 17 der Vergabeordnung möglich, da die Angebote um mehr als zehn Prozent von einer seriösen Kostenschätzung abwichen.Diesem Vorschlag schloss sich die Gemeindevertretung einstimmig an. Die stellvertretende Bürgermeisterin Rita Jacobi, die die Sitzung in Abwesenheit von Bürgermeister Hans-Joachim Thomsen leitete, regte an, diese Zeit auch noch zur Erarbeitung von Alternativlösungen zu nutzen.
Autor: ql, 05.10.2012 
Quelle: www.shz.de