Moorentwicklung in Tolk, Nübel & Schaalby
Ein gemeinsames Moorgebiet verknüpft die drei Naturparkgemeinden Tolk, Nübel und Schaalby entlang ihrer Gemeindegrenzen westlich von Tolk.
Gemeinsam für mehr Klimaschutz - Naturparkgemeinden setzen sich ein
Die Karte rechts zeigt das ca. 140 ha große Gebiet, das im Eigentum von insgesamt ca. 140 Eigentümer/-innen ist. Einige Bilder aus dem Gebiet gibt es hier. Wie eine tiefliegende Kuhle befindet es sich zwischen dem Langsee im Norden und der B201 im Süden. Nach der letzten Eiszeit haben sich in dieser Geländesenke unter ständigem Wassereinfluss mächtige organische Moorböden entwickelt. Abgestorbenes Pflanzenmaterial sammelte sich am Grund der beiden ehemaligen Seen, Lobacker/Tolker See sowie dem Tolkwader See, an und entwickelte sich zu tiefgründigem Niedermoorboden. Im zentralen Moorbereich bildete sich ein Hochmoor durch aufwachsende Torfmoose heraus, das sich wie ein Schwamm mit Regenwasser vollsaugt und für viele spezialisierte Tierarten einen Lebensraum darstellt.
Wenn du mehr dazu erfahren willst, wie Moore entstehen und was die unterschiedlichen Moortypen kennzeichnet, dann schaue in den Mooratlas der Heinrich-Böll-Stiftung.
Moore im Wandel der Zeit
Im letzten Jahrhundert wurde das Moorgebiet größtenteils trockengelegt und damit entwässert, um auf den nährstoffreichen Moorböden lebensnotwendige Landwirtschaft zu betreiben oder Torfe zu stechen, um Öfen anzuheizen. Heute haben sich die Bedingungen geändert: Wir benötigen derartige Energiequellen nicht mehr, die Landwirtschaft ist effizienter geworden und wird Jahr um Jahr auf den Moorböden mühsamer - denn diese sacken aufgrund der Entwässerung allmählich weiter in die Tiefe. Das fehlende Wasser in den Moorböden ermöglicht die Zersetzung der dort gespeicherten organischen Pflanzenreste - Kohlenstoff wird u.a. in Form des Treibhausgases Kohlenstoffdioxid an die Luft abgegeben.
Kommunales Engagement und eine Konzeptstudie
Um einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten und das Moorgebiet im Sinne der zukünftigen Generationen zu entwickeln, engagieren sich die Bürgermeister der drei Gemeinden gemeinsam mit dem Naturpark Schlei dafür, die Moorböden wieder zu vernässen. Mit Fördermitteln des Ministeriums für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung des Landes Schleswig-Holstein wurde im Jahr 2024 durch das Umweltplanungsbüro GFN mbH eine Konzeptstudie erstellt. Die Studie zeigt unterschiedliche Lösungswege auf, wie das Gebiet zielführend entwickelt werden kann. Außerdem gibt sie einen guten Überblick, welche Bereiche im Moorgebiet und außerhalb des Moores bei Maßnahmenumsetzung nasser werden würden. All diese Ideen für ein nasseres Moorgebiet können jedoch nur in die Tat umgesetzt werden, wenn alle Eigentümer eines Teilbereichs mitmachen. Deshalb setzen sich der Naturpark und die Gemeinden für einen transparenten Prozess ein und kommen mit den Eigentümer/-innen und Akteuren in der Region ins Gespräch. Mehr über die vollzogenen und geplanten Schritte erfahrt ihr weiter unten auf dieser Seite.
Wir freuen uns sehr über das große Engagement unserer drei Naturparkgemeinden sowie der Eigentümer/-innen und anderen Akteure im Gebiet.
Ohne die Eigentümer/-innen geht nichts!
Wie kann ich mich informieren und mitmachen?
Du findest das Projekt spannend und möchtest dich weiter informieren? Klicke dich durch den Mooratlas der Heinrich-Böll-Stiftung für allgemeine Infos zum Moor oder verfolge die Beiträge zum aktuellen Projektstand auf dieser Webseite. Kontaktiere den Naturpark Schlei e.V. ebenfalls gerne für mehr Informationen zum Projekt.
Dir gehört eine Fläche im Moor und du möchtest beim Projekt mitwirken? Dann melde dich gerne beim Naturpark Schlei e.V. Vorab kannst du dich bereits anhand einer Übersicht informieren, wie du einen Beitrag zum Projekt leisten kannst:
Allgemeine Informationen zum Mooratlas Info für Eigentümer/-innen
Projekt mit langfristigem Horizont
Verfolge die aktuellen & nächsten Schritte des Projekts
-
Geplant
Erste Flächenareale gewinnen, die für Maßnahmenumsetzung zur Verfügung stehen
- je mehr Eigentümer/-innen mitmachen, desto mehr lässt sich umsetzen! -
Seit Juni 2025
Austausch mit Eigentümer/-innen und Treffen der Projektgruppe mit Blick auf die Gestaltungsmöglichkeiten im Moorgebiet -
Mai 2025
Öffentliche Infoveranstaltung für alle Interessierten findet am 19. Mai um 19 Uhr im Dörpshuus Berend statt. -
April 2025
Bürger- und Eigentümerinformationen in der Südangelner Rundschau (hier abrufbar, Seite 6) -
Ab März fortlaufend
Bei Interesse an Projektbeteiligung können sich Eigentümer/-innen bei Ansprechpersonen melden (Kontakte hier). - Februar 2025
Infoveranstaltungen für Eigentümer mit Vorstellung der Ergebnisse aus der Konzeptstudie haben mit großer Beteiligung stattgefunden
Aktivitäten vor 2025
-
2023-2024:
Konzeptstudie zur Entwicklung des Moorgebiets wird erstellt. Förderung durch das Ministerium für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur.
- März 2023
Erste Infoveranstaltung für Interessierte - Ankündigung der Beantragung & Umsetzung einer Konzeptstudie.
- 2022-2023
Erste Ideen zur Moorentwicklung entstehen. Arbeitsgruppe aus Bürgermeistern, Amt Südangeln, Wasser- und Bodenverband Angelner Auen, Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein wird unter der Federführung des Naturpark Schlei gegründet.

