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Geschichte

Erstmals im 14. Jahrhundert wurden die Dörfer Harrislee (1352), Niehuus (1371) und "Krockries" (Klues 1399) urkundlich erwähnt, Kupfermühle wird seit 1652, Wassersleben seit 1872 in Urkunden genannt. Das Gemeindegebiet ist jahrtausendealter Siedlungsboden, nachweisbar durch eine Harpune aus Knochen (Niehuuser See, 8000 v. Chr.) und durch mehr als 170 historische Funde, unter ihnen 16 Steingräber, 57 Grabhügel, 6 Urnenfriedhöfe und
50 Verhüttungsstellen von Raseneisenerz. 2 Steingräber (Steinkammern) sind als Kulturdenkmäler wiederhergestellt:
- Steinkammer mit seltenem Schalenstein an der Straße nach Ellund im Erlenwäldchen
- und eine Steinkammer an der Umgehungsstraße bei Wassersleben.
Geborgen wurden mehr als 80 steinzeitliche Geräte und Werkzeuge sowie 20 Bronze- und
4 Goldfunde. Dazu kommen noch bronzezeitliche Textilien und hölzerne Schmuckgefäße. Im Gemeindegebiet befanden sich gut erhaltene vorgeschichtliche Grabhügel der Bronze- und Steinzeit, ein vorgeschichtlicher Urnenfriedhof sowie überpflügte vorgeschichtliche Grabhügel mit Steinpackungen von Baumsarggräbern. Der Baumsarg von "Kong Arvild Hoj" befindet sich im Museum Schleswig-Gottorf. Nach den Ergebnissen der Ortsnamenforschung gehört Harrislee zur Gründungsepoche der Merowingerzeit (500 - 700 n. Chr.). Der im Ortsnamen Harrislee benutzte Personenname lässt eine "kriegerisch-aristokratische Gliederung" vermuten.

In den ersten Jahrhunderten waren die verschiedenen Dörfer reine Bauernsied-
lungen, in denen die Menschen hart arbeiten mussten, denn der größte Teil des Landes bestand aus dichten Wäldern, aus Heide- und Ödland, aus Torfmooren. Um 1500 gab es in Harrislee und "Nigehus" (Niehuus) u. a. 12 Krongüter, daneben Besitzungen der Marienkirche und des Rudeklosters, zum Letzteren gehörte auch "Krockries" (Klues). Die Dörfer Niehuus, Klues und Kupfermühle gehörten zum Amt Bov (Dänemark), Harrislee, Himmern und Katharinenhof hingegen zum Amt Handewitt. Diese regional-funktionäre Zuordnung und Abgrenzung war die Ursache dafür, dass noch um 1850 keine direkte Straßenverbindung zwischen Harrislee und Niehuus bestand. Die mit Ansiedlung von Ziegeleien beginnende Industrialisierung Harrislees (1950 gab es vier Ziegeleien sowie die Krim-Ziegelei am Karlsbergweg) schaffte Abhilfe. Für den Ortsteil Kupfermühle scheinen die Industrialisierung und die Ortsgründung zusammenzufallen. So soll unter König Christian IV. (1648) in Kupfermühle ein Hammerwerk angelegt worden sein, aus dem ein Eisenwerk und schließlich eine Kupfermühle entstand. Niehuus blieb bis in die Gegenwart landwirtschaftlich strukturiert, ab 1922 entstand die sogenannte Zollsiedlung. Die Einwohnerzahl von Harrislee (ohne Niehuus und Kupfermühle) betrug um 1800 lediglich 200, stieg bis 1845 auf 512 und erreichte 1900 bereits 1435.