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08.10.2010

Wer bekommt die Stromkonzession?

Lange Diskussion, aber noch keine Entscheidung in Stolk
Stolk

 

Es gab nur den Beschluss zur Wasserpreiserhöhung in der jüngsten Gemeinderatssitzung, die deshalb in Rekordzeit hätte beendet sein können. Doch unter „Verschiedenes“ kam es zu einer langwierigen Aussprache, die selbst nach Schluss der offiziellen Debatte kein Ende nehmen wollte.
Anlass war ein vorab verteilter Sachstandsbericht zur Frage, welchem Anbieter der Zuschlag erteilt werden soll zur Durchleitung von Niederspannungsstrom durch das im Gemeindegebiet liegende Netz. Hierzu hat ein Ausschuss auf Amtsebene gearbeitet und ein unabhängiges Gutachten eingeholt. Dessen Tendenz zu den Stadtwerken Schleswig wurde nun von etlichen Ratsmitgliedern kritisch hinterfragt. Sie argumentierten mit „Bauchgefühl“ und Vertrauen auf das, was Eon-Hanse, früher Schleswag, seit jeher gut leiste.
Christian Jürgensen hingegen wies darauf hin, dass man den politisch gewollten Wettbewerb für immer verhindere, wenn man kleinere Netzbetreiber nicht größer werden lasse. Am Ende sei man chancenlos einem Riesenkonzern ausgeliefert. Friedrich Karde sah eine Chance darin, bei den Stadtwerken eines Tages eine amtsweite Netzgesellschaft mit Stolker Stimmrecht gründen und eine neue kommunale Einnahmequelle erschließen zu können.
Dem hielt Kai Börensen entgegen, dass immer mehr Produzenten regenerativer Energie sich selbst versorgen würden und die Bevölkerung auf dem Lande ohnehin stark abnehmen werde. „Wer leitet dann noch so viel Strom durch unser Netz, dass wir daraus namhafte Gewinne ziehen?“
Hervorgehoben wurde, dass ein möglicher Wechsel des Netzbetreibers keine Auswirkung auf die Bürger hat: Jeder Kunde könne seinen Strom kaufen, bei wem er wolle. Es gehe allein um das Durchleitungsrecht. Die Entscheidung soll Ende November fallen – noch aber ist nicht klar, wohin die Meinung der Stolker Mandatsträger mehrheitlich kippen wird.
Beim Wasser indes waren sich alle einig. Sie nahmen es nicht hin, dass Singlehaushalte rechtlich nicht gesondert erfasst werden dürfen. Das sei bisher so gewesen, und eine Aufstufung um mehr als das Dreifache sei sozial unverträglich. Also wurde einstimmig abgesegnet, dass ab 2011 Einpersonenhaushalte jährlich 60 Euro (statt bisher 30) an Grundgebühr bezahlen, Mehrpersonenhaushalte 102 Euro (statt 54) und wasserintensive Betriebe zusätzlich 102 Euro.Der Preis für die tatsächlich verbrauchte Wassermenge steigt ab sofort auf 40 Cent und entspricht damit genau dem, was der Wasserbeschaffungsverband Südangeln nach seiner aktuellen Preiserhöhung der Gemeinde in Rechnung stellt.
Autor: stz, 08.10.2010 
Quelle: www.shz.de