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28.09.2010

Stromfrage bleibt strittig

Geteilte Meinung in Süderfahrenstedt: amtsweit eigene Netzgesellschaft oder Treue zu Eon Hanse?
SÜDERFAHRENSTEDT

 

Zwei große Themen beherrschten die Sitzung der Gemeindevertretung von Süderfahrenstedt: die Preisanhebung für Frischwasser und die Frage, wem die Gemeinde künftig das Recht einräumt, Strom durch das vorhandene Netz zu leiten.
Wie wird sich die Gemeindevertretung letztlich in Bezug auf die Wegenutzungsverträge für Strom entscheiden? Zu Beginn der Sitzung referierte Ralf Loell von der Eon Hanse, präsentierte deren kommunale Verankerung und erläuterte den betriebswirtschaftlichen Aufbau. Er warb mit absoluter Versorgungssicherheit, machte aber auch klar, dass sich für die Verbraucher nichts ändert, wenn die Kommune einem anderen Netzbetreiber die Durchleitung erlaubt.
In der anschließenden Aussprache wurden hierzu konträre Standpunkte deutlich. Der stellvertretende Bürgermeister Johann Thomsen machte sich dafür stark, in eine amtsweit eigene Netzgesellschaft einzusteigen, was nur bei den Stadtwerken Schleswig möglich sei. „Beim Wasser machen wir das mit dem WBV Südangeln doch genauso. Weshalb soll das beim Strom nicht auch gut sein?“ Außerdem könnte man der nächsten Generation ein neues finanzielles Standbein sichern.
Andere hingegen folgten ihrem Bauchgefühl und sahen die Zuverlässigkeit der Stromversorgung durch die Eon Hanse und davor die Schleswag seit Jahrzehnten. Entschieden wurde hierzu noch nichts – in einigen Wochen wird es eine Riesenversammlung mit allen 16 Gemeinderäten geben. Dann wird über die Stromfrage abgestimmt.
Bei der Wasserversorgung steht die Gemeinde vor dem Problem, eine plötzliche Preiserhöhung durch den Wasserbeschaffungsverband an die Bürger weitergeben zu müssen. Verbandsvorsteher und Bürgermeister Heinrich Mattsen erläuterte, wie es dazu gekommen war: Schon bei der Umstellung auf den Euro habe man kundenfreundlich abgerundet, inzwischen viel Geld in neue Leitstellentechnik investiert und überdies zwei neue Brunnen bohren müssen. Erst, wenn jetzt neue Rücklagen von rund 1,5 Millionen Euro geschaffen seien, könne man über eine Preisreduzierung nachdenken.Da Süderfahrenstedt noch ein kleines positives Wasserkonto hat, schlug Finanzausschuss-Vorsitzender Johannes Jessen eine vergleichsweise moderate Erhöhung des Kubikmeterpreises von bisher 27 auf 40 Cent vor. Dem wurde ebenso zugestimmt wie einer von Verwaltungsvorgaben abweichenden Staffelung bei den Grundgebühren: Ein-Personen-Haushalte werden weiterhin gesondert erfasst und zahlen im Jahr 54 Euro. Das Doppelte (statt bisher 60 Euro) zahlen Mehrpersonenhaushalte, und für zwölf wasserintensive Betriebe erhöht sich die Grundgebühr von 180 auf 324 Euro.
stz
Autor: stz, 28.09.2010 
Quelle: www.shz.de