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18.03.2010

Jede Menge Misstöne im Gemeinderat

%Gemeinde%

 

Vertreter beschweren sich über Kommunikationsmängel / Widerstand gegen hohe Ansprüche der Feuerwehr /Dorf hat jetzt eine Flagge
Süderfahrenstedt
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stz
Als sich in der Fragestunde der jüngsten Gemeinderatssitzung kein Einwohner meldete, erwarteten alle die kürzeste Sitzung seit langem; denn die Tagesordnung gab wenig her: Die Zustimmung zur Wiederwahl von Jürgen Paulsen als Gemeindewehrführer und seine erneute Ernennung zum Ehrenbeamten war reine Formsache. Und auch der „Beschluss zur Annahme einer gemeindlichen Flagge“ löste nur Schmunzeln aus: Längst hat die Gemeinde ein genehmigtes Wappen.
Dennoch ergab sich ausgerechnet bei diesem Punkt Diskussionsbedarf. Denn nachdem Lars Kristensen und Veronika Dembeck ihrem Dorf einen Edelstahlmast und eine Fahne geschenkt hatten, berichteten die „SN“ hierüber mit Bild – und das sogar ein zweites Mal, als das Fahnentuch in einer großen Aktion erstmals gehisst wurde. Das wiederum rief das Landesarchiv auf den Plan: Das Wappen sei nicht andersfarbig unterlegt, und damit sei die vermeintliche Fahne in Wirklichkeit eine Flagge. Für deren Zustimmung sei aber ein farbiges Entwurfsmuster und der protokollierte Ratsbeschluss nötig. Jetzt müsste man mit einer Flaggenparade am Feuerwehrhaus eigentlich noch einmal feiern, meinte der frisch bestätigte Wehrführer hierzu.
Doch zum Feiern war der Gemeindevertretung in dieser Sitzung nicht zumute; denn Maike Asmus beklagte sich darüber, vom Besuch des NDR am selben Vormittag überhaupt nichts gewusst zu haben, zudem sei der Termin der ersten „Fahnenfeier“ überhaupt nicht abgesprochen worden. Birgit Petersen fühlte sich ebenfalls „nicht informiert“, und auch Johannes Jessen beschwerte sich, dass wenige Tage vor der Ratssitzung auf Betreiben des Bau- und Wegeausschusses Bäume im „Hörn“ abgesägt worden seien. Nicht an allen Straßeninseln sei die Teerdecke „hochgekommen“, stellte er klar. Beschlüsse seien in der Ratsversammlung zu fällen, die man nicht vor vollendete Tatsachen stellen dürfe. Schließlich mahnte auch Johann Thomsen an, dass man bei wichtigen Themen sensibler miteinander umgehen müsse. Hierzu versprach Bürgermeister Heinrich Mattsen, seine beiden Stellvertreter regelmäßig zu informieren und dann zu dritt den Informationsfluss aufrecht erhalten zu wollen.
Einen solchen sucht der ganze Gemeinderat mit der Feuerwehrführung. Anlass hierfür ist der amtsweite Brandschutzbedarfsplan: Man nahm ihn zwar zur Kenntnis. Aber wozu müsse man ihn beschließen? Welcher Hintergedanke sei dabei, wenn man Inhalte absegnen müsse, für die man sowieso die Hoheit habe? Und überhaupt: Die örtliche Technik sei auf neuestem Stand, nur das Personal bereite wie allerorts Probleme. Doch nichts geschehe, um das grundsätzlich zu beheben. Warum sei die Eingangsvoraussetzung für einen freiwilligen Hilfsdienst so hoch geschraubt? Brauche die einfache Grundausbildung alle bisherigen Zusatzmodule? Es gebe doch auch Freiwillige, die nur zur Dorfgemeinschaft gehören und helfen wollten, ohne selbst Karriere zu machen.Der landesweite „Einheitsfeuerwehrmann“ entspreche nicht dem ländlichen Bedarf, war der einhellige Tenor, und Bürgermeister Heinrich Mattsen ergänzte: „Theoretische Vorschriften zerstören die Freiwilligkeit an der Basis.“ Nun soll das Gespräch mit dem Kreisbrandmeister gesucht werden.
Autor: shz.de - stz, 18.03.2010 
Quelle: www.shz.de