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22.02.2010

Nübel übernimmt Feuerwehrmuseum

Kurt Hansen überlässt seine Sammlung der Gemeinde / Bürgermeister hofft auf finanzielle Unterstützung von Sponsoren
Nübel

 

Mit einem kleinen Festakt übernahm die Gemeinde Nübel das von Kurt Hansen gegründete und von ihm geleitete Feuerwehrmuseum. „Ich möchte, dass diese Sammlung erhalten bleibt“, erklärte Hansen, der seit den sechziger Jahren zirka 2000 Exponate zur Geschichte der Feuerwehr von 1870 bis 1945 zusammengetragen hat. In seinen Ausstellungsräumen, die auch häufig von Schulklassen und Kindergärten besucht werden, finden sich unter anderem Helme, Uniformen, Orden und Ehrenzeichen, Urkunden, persönliche Ausrüstung, Hand- und Motorspritzen, Rohhanfschläuche, Armaturen und Beatmungsgeräte. Das meiste stammt aus der Region.
„Eine Gemeinde hat die moralische Pflicht, eine derartige Sammlung zu erhalten“, begründete Bürgermeister Jürgen Augustin das Engagement der Kommune. Nübel sei das Kulturdorf mit den meisten Museen im Kreis. Und er sei froh, den Landtagsabgeordneten Johannes Callsen und den Bundestagsabgeordneten Wolfgang Börnsen als Paten gewonnen zu haben. „Vielleicht finden sich auch Sponsoren, die das Projekt unterstützen“, so Augustins Hoffnung.
Das „Feuerwehrmuseum Kurt Hansen“ wird ab Ende August seinen festen Platz im Obergeschoss des neuen Dorfgemeinschaftshauses finden. Vorläufig stellt der Sammler der Gemeinde die Exponate für 15 Jahre als Dauerleihgabe zur Verfügung. Mitglieder der Ehrenabteilung der Freiwilligen Feuerwehren sollen dann auch tagsüber Führungen anbieten.
Johannes Callsen, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft volkskundlicher Sammlungen im Kreis Schleswig-Flensburg, lobte das bürgerliche Engagement, das hinter der Sammlung von Kurt Hansen steckt. „Er hat eine Sammlung mit Profil geschaffen – das ist ein beispielhafter und historischer Vorgang“, sagte Callsen. Auch begrüßte er den Zeitpunkt der Übergabe, denn oftmals würden derartige Sammlungen von den Erben zerstreut.
Den schmerzlichen Aspekt eines derartigen Prozesses bekundete Wolfgang Börnsen, der selbst ein kleines Museum besitzt. „Wer 40 Jahre sammelt, dem tut das Abgeben weh, denn die Exponate sind dann auch ein Teil von ihm.“ Deshalb sei Hansens Aktion als besonderes Geschenk zu werten, da das Gemeinschaftliche eines Ortes durch ein Museum erhalten und gestärkt werde, so Börnsen.„Wer sich mit der Identität einer Gemeinde befasst, stößt unvermeidlich auf die Freiwillige Feuerwehr“, sagte Amtsvorsteher Hans-Werner Berlau in seinem Grußwort. Deshalb sei die Darstellung der Entwicklung der Feuerwehren in dieser mit Herzblut gepflegten Sammlung eine Aktivität, die von der Gemeinschaft unbedingt unterstützt werden müsse.
ql
Autor: ql, 22.02.2010 
Quelle: www.shz.de