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03.12.2009

Kurze Wege zu Obst, Fleisch und Fisch

Neuer Wochenmarkt in Schaalby eröffnet / Fünf Stände sollen durch weitere ergänzt werden / Bewohner reagieren positiv
Schaalby

 

Den Einwohnern Schaalbys bleiben in Zukunft weite Wege erspart, zumindest die zu frischem Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch und Backwaren. Seit dieser Woche hat die Gemeinde einen eigenen Wochenmarkt. Jeweils dienstags zwischen 13 und 17 Uhr und zudem ganzjährig fahren auf dem Parkplatz gegenüber von der Boy-Lornsen-Grundschule, in unmittelbarer Nähe zu der Seniorenwohnanlage der Gemeinde, die Wagen der Marktbeschicker auf, voll beladen mit frischen Waren aus den unterschiedlichen Bereichen. Bäcker, Fleischer, Fischer, Gewürz- sowie Obst- und Gemüsehändler machten den Anfang, in naher Zukunft sollen jedoch auch noch ein Blumen-, Käse- und Olivenstand folgen, so die Organisatorin Jutta Petersen aus Holzdorf. Die Betreiberin des Obst- und Gemüsestandes ist die ganze Woche über auf den Märkten Schleswig-Holsteins unterwegs – unter anderem in Eckernförde, Büdelsdorf, Süderbrarup, Schleswig und „jetzt halt auch in Schaalby“.
Auf der Suche nach einem neuen Standort seien Petersen und ihr Mann über die Dörfer gefahren. „Da haben wir gesehen, dass es in Schaalby gar keine Lebensmittelversorgung gibt. Kein Laden, kein Bäcker, einfach nichts“, so Petersen. Claudia Hollatz aus Moldenit kann das bestätigen. Musste sie bisher wie so viele der Marktbesucher ins Schleswiger Industriegebiet St. Jürgen mit dem Auto fahren, könne sie jetzt alle Besorgungen mit dem Fahrrad erledigen. Hollatz ist eine von vielen, die sich positiv über das neue Angebot in Schaalby äußern.
Der letzte Bäcker im Ort, der sein Ladengeschäft in Schaalby aufgab, ist nun mit einem Stand zurückgekehrt. Bäcker Rosin kommt nicht nur jeden Sonnabend, sondern auch im Rahmen des neuen Wochenmarktes mit einem Wagen auf den Platz. Auf offene Ohren ist Petersen auch bei Kreispräsident und Bürgermeister von Schaalby, Eckhard Schröder, gestoßen. Zusammen mit Rainer Seidel aus dem Amt Südangeln wurde der erste Markt auf den Weg gebracht und das zu speziellen Konditionen, denn Standgebühren entfallen zunächst für die Marktbeschicker. „Wir schauen erst einmal wie der Markt ankommt“, erklärt Seidel. Sowohl Petersen als auch die Mehrheit der anderen Standvertreter zeigten sich jedoch positiv überrascht vom Zuspruch. Nur Klaus „Kräuterklaus“ Gebauer konnte schon vorab sagen, dass er nur einmal im Monat, jeden ersten Dienstag, an dem Markt teilnehmen werde, weil seine Produkte nicht täglich auf dem Einkaufszettel stünden – Gewürze, Tee, Heilkräuter, Wela-Brühen, Bonbons und Bürsten.„Fluch und Segen zugleich“ nennt Bürgermeister Schröder die Lage Schaalbys als Stadtrandgemeinde. Mit dem Nachsatz „wir sind ganz nah dran gewesen an einem Markt-Treff, aber das Umfeld ist, wie es ist“, erläutert er die Schwierigkeiten Schaalbys bei der Nahversorgung. Markt-Treffs sind ein Konzept der Landesregierung. Diese vom Land bezuschussten Einrichtungen kombinieren Lebensmittel-Einzelhandel mit Dienstleistungen wie der Post oder der Lottospiel-Annahme unter einem Dach und sollen die Grundversorgung sichern, die dörfliche Gemeinschaft fördern und Arbeitsplätze schaffen. Medelby, Großsolt, Steinfeld, Jörl und Brodersby besitzen bereits solche Markt-Treffs, in Karby, Börm und Bergenhusen laufen Vorbereitungen dafür. Schaalbys Bürgermeister Schröder betont, dass auch für die größte Gemeinde des Amtes Südangeln Anträge für so eine Einrichtung in die Wege geleitet worden seien, Analysen der Ortslage und des Umlandes hätten das Vorhaben jedoch ausgeknockt.
tij
Autor: tij, 03.12.2009 
Quelle: www.shz.de