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19.10.2009

Amtshaus-Umbau – Verwaltung kehrt nach Tolk zurück

Bei der Abstimmung des Amtsausschusses Südangeln über die Erweiterung des Böklunder Verwaltungssitzes verweigerten die Vertreter Goltofts ihre Zustimmung zum geplanten „Dienstleistungszentrum der Zukunft“. Während des Umbaus soll die gesamte Verwaltung in den ehemaligen Verwaltungssitz in Tolk ziehen.

Amt Südangeln/
ql 

– Dass die Erweiterung und Sanierung des Amtshauses in Böklund noch aufzuhalten ist, glaubt eigentlich niemand mehr. Architekt Udo Redepennig stellte auf der Sitzung des Amtsausschusses in Tolk den momentanen Stand der Planung vor (siehe Kasten). Der zugehörige Bauantrag wurde bereits vor zwei Wochen eingereicht. Wenn alles glatt läuft, könnten die Arbeiten Anfang Dezember beginnen.
Dann wird noch einmal das Amtshaus in Tolk zu Ehren kommen. Denn während der Bauzeit soll die gesamte Verwaltung des Amtes Südangeln dort Unterschlupf finden.
„Dass wir dabei ein bisschen zusammenrücken müssen, ist eine sehr geschönte Darstellung des Zustands“, griff Heiko Albert, der leitende Verwaltungsbeamte, eine Bemerkung von Amtsvorsteher Hans-Werner Berlau auf, der das neue Amtsgebäude als „Dienstleistungszentrum der Zukunft“ bezeichnete. Doch wenn man neben den Amtsräumen auch das Foyer mitbenutze, so Albert weiter, würde es gehen. Nur für die Postagentur würde man noch nach einer Lösung suchen.
Alles deutete darauf hin, dass die Abstimmung über die Baumaßnahme zu einer reinen Formsache würde. Doch Goltofts stellvertretende Bürgermeisterin Rita Jacobi riss noch einmal alte Wunden auf. In einem Statement ihrer Gemeindevertretung vertrat sie die Meinung, dass es eine finanzielle Sünde sei, das Amtshaus in Tolk aufzugeben und für einen Bruchteil der gesamten Baukosten auf dem freien Markt zu verkaufen. Auch passe es nicht zu den leeren Kassen einiger Gemeinden, ein derartiges Luxusobjekt unter starkem Zeitdruck zu bauen – auch wenn es viele Zuschüsse gäbe und die Finanzierung gesichert sei. „Etwas mehr Bescheidenheit täte uns gut“, beendete sie ihr Statement, mit dem sie ihr „Nein“ zum Antrag begründete.
Kreispräsident Eckhard Schröder, der als Bürgermeister von Schaalby an der Sitzung teilnahm, versuchte Böklund als finanzkräftigste Gemeinde stärker in die Pflicht zu nehmen. „Sollte in dieser Legislaturperiode das Amtshaus in Tolk immer noch nicht verkauft sein, sollte man sich in der Gemeindevertretung Böklund Gedanken machen, den Überbrückungskredit von 500 000 Euro in einen Zuschuss umzuwandeln“, warf Schröder als Vorschlag in die Diskussion ein. Denn der zentrale Ort profitiere von dem Neubau am meisten.
Böklunds Bürgermeister Johannes Petersen entgegnete, dass eine derartige Entscheidung von der nächsten Gemeindevertretung beschlossen werden müsse. Nachdem noch bekannte Argumente bezüglich Barrierefreiheit, Energieersparnis und verbesserter Arbeitsbedingungen für das Amtspersonal wiederholt wurden, gab man dem Antrag bei zwei Gegenstimmen grünes Licht. Einstimmig genehmigte man anschließend den Mietvertrag mit der Polizeistation, die nach Beendigung der Bauarbeiten den Standort Tolk schließen wird, sowie den Nachtragshaushalt, der die Baukosten berücksichtigt und das Altdarlehen vom Bau des Amtshauses in Tolk ablöst.
Weiteres in Kürze: Für den ausgeschiedenen Böklunder Vertreter Bernd Wedekind rückte Gisela Göttinger als Amtsausschussmitglied nach. Den freien Platz im Finanzausschuss übernimmt Johannes Petersen. Die bei einer unvermuteten Kassenprüfung monierten Punkte wurden in einem Antwortschreiben geklärt. Für die Freiwillige Feuerwehr in Neuberend wurden 21 000 Euro zur Anschaffung von hydraulischem Rettungsgerät bewilligt. In einer Grundsatzentscheidung bestätigte der Amtsausschuss die beiden Wehren in Böklund und Twedt als weitere Standorte für diese Geräte. Die Jahresrechnung 2008 wurde genehmigt. Es ergab sich ein Sollüberschuss von etwa 106 000 Euro.
Autor: ql, 19.10.2009 
Quelle: www.shz.de