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06.05.2009

So funktioniert der Feuerwehr-Bedarfsplan

Die Feuerwehr-Bedarfsplanung, die die Kreisverwaltung vor einigen Monaten angeschoben hatte, sorgt bei den Wehren für einige Unruhe. Die Bürgermeister und Wehrführer aus dem Amt Südangeln informierten sich jetzt in der Kreisfeuerwehrzentrale am Beispiel Taarstedt über die Hintergründe.
Amt Südangeln
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stz

– „Es wird mit Sicherheit keine Ortswehr wegen der Bedarfsplanung wegrationalisiert“, beruhigte Amtswehrführer Klaus Uck, der die Bürgermeister und Wehrführer aus dem Amt Südangeln eingeladen hatte. Gemeinsam mit Amtsvorsteher Hans-Werner Berlau betonte er, dass die Bedarfsplanung, die die Kreisverwaltung Anfang des Jahres veranlasst hatte, notwendig sei, weil man bei knapper werdenden Finanzmitteln Prioritäten setzen müsse.

Der zweite stellvertretende Amtswehrführer Björn Wilke sah in der Bedarfsplanung eine Entscheidungshilfe für jede Gemeinde. Am Beispiel Taarstedt zeigte er, wie die computergesteuerte Planung funktioniert. Grundlage sei dabei der „kritische Wohnungsbrand“, der überall „gleichermaßen eintrittswahrscheinlich“ sei: Er führe nach 18 Minuten zum Flash-Over, also zum Übergang von der Entstehungsphase zu Vollbrand. 13 Minuten nach Ausbruch ist für die Bewohner die „Erträglichkeitsgrenze“ erreicht. Daher leitet sich die gesetzliche Hilfsfrist von zehn Minuten ab. Diese wiederum gliedere sich in zwei Minuten für Notruf und Alarmauslösung, vier Minuten Anfahrt zum Gerätehaus und weiteren vier Minuten bis zum Einsatzort.

Nach Ermittlung der Risikoklasse der jeweiligen Gemeinde werden die Ausrüstungswerte der Fahrzeuge eingegeben. Hinzu kommen Ausbildung und Funktion der Einsatzkräfte sowie deren Zeiten der Verfügbarkeit. Hier ist das größte Problem, dass ausreichend viele Atemschutzgeräteträger möglichst schnell vor Ort sein müssen – auch tagsüber, wenn viele berufstätige Feuerwehrleute nicht zur Verfügung stehen.

Während der Dateneingabe für Taarstedt spuckte der Computer nebenbei die Information aus, dass im Jahre 2032 ein Löschfahrzeug im Wert von 229 000 Euro beschafft werden müsse. Das veranlasste Nübels Bürgermeister Jürgen Augustin zu der Frage, wie eine Gemeinde mit solchen Informationen umzugehen habe. Ebenso wie Eckhard Schröder aus Schaalby wollte er sich in seinen Entscheidungen nicht sklavisch diesem PC-Programm unterwerfen.

Alle indes waren sich einig, dass man nicht nur amtsweit eine einheitliche Planungsgrundlage brauche und Synergien durch Zusammenarbeit nutzen müsse. Sie stimmten zu, dass so verfahren wird, ohne einen teuren externen Gutachter hinzuzuziehen; die eigene Amtswehrführung sei im Verbund mit den örtlichen Führungskräften kompetent genug.

Allerdings bleibe das Personal immer der Knackpunkt: Weil sich dieses ständig ändere, müsse das Ergebnis regelmäßig aktualisiert werden.
Autor: shz.de - stz, 06.05.2009 
Quelle: www.shz.de