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14.01.2009

Marode Bausubstanz: Schule wird abgerissen
Das Schicksal des alten Schulgebäudes in Böklund ist endgültig besiegelt: Der Abriss und die Randbedingungen zur Nachnutzung wurden zwischen dem Kreis und der Gemeinde in einem komplizierten Vertrag geregelt.
Böklund
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– Bald wird nur noch das Straßenschild „Schulstraße“ daran erinnern, dass in dieser ruhigen Straße neben der Böklunder Wurstfabrik einmal pädagogische Arbeit geleistet wurde. Denn die Gebäude, die dem Kreis Schleswig-Flensburg gehören, sollen abgerissen werden – und zwar auf Kosten der Gemeinde.

Lange war das Schicksal des 4477 Quadratmeter großen Grundstücks ungewiss. Der Kreis versuchte es zu verkaufen, aber die Emissionen der benachbarten Lebensmittel verarbeitenden Fabrik sowie die planungsrechtlichen Auswirkungen auf den Umgebungsbereich machten die Vermarktung schwierig. Auch eine Nutzung als Amtsgebäude war einmal im Gespräch.

„Inzwischen ist die Substanz der Immobilie so angegriffen, dass nur noch ein Abriss in Frage kommt“, stellte Bürgermeister Johannes Petersen fest, der von seiner Gemeindevertretung schon den Auftrag zum Kauf erhalten hatte. Doch die Preisvorstellungen von Kreis und Gemeinde lagen zu weit auseinander.

140 000 Euro hätte die vollständige Nutzbarmachung des Geländes gekostet. Und die Gemeinde hätte immer noch das Vermarktungsrisiko tragen müssen.

„Damit an dieser Stelle aber keine bösartige Entwicklung für die Gemeinde eintritt, haben wir uns mit dem Kreis zu einer anderen Lösung durchgerungen“, erklärt Petersen.

Der Vertrag, der inzwischen von beiden Seiten unterzeichnet ist, sieht vor, dass die Gemeinde Böklund die Gebäude abreißt und das Gelände in Ordnung hält. Der Kreis bleibt Eigentümer und vermarktet das Gelände weiter. Durch ein Vorkaufsrecht mit Festpreis sichert sich die Gemeinde ein Mitspracherecht bei der Folgenutzung. Falls die Gemeinde Investoren für das Gelände findet, gilt auch für diese der vereinbarte Festpreis. Und bei einem Verkauf des Geländes erhält die Gemeinde das investierte Geld zurück, das sich laut Schätzung auf 50 000 Euro beläuft. Mit dieser Quadratur des Kreises sind zurzeit alle Parteien zufrieden.

Bürgermeister Petersen, der selbst Absolvent des Aufbauzuges ist, vermutet, dass viele seiner ehemaligen Mitschüler (etwa 500 bis 600) noch einmal das Gebäude sehen wollen, bevor es der Abrissbirne zum Opfer fällt. Er empfiehlt aber, sich auf das Äußere zu beschränken, „denn drinnen ist es nur noch leer und stinkt“.

 

Autor: shz.de - ql