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27.10.2008

Einen Tag nach Alarmübung: Werkstatt brennt
Feuerwehren Idstedt, Stolk, Böklund und Süderfahrenstedt stark gefordert

Idstedt / Stolk  

Aufregung im Löschbezirk Langsee-Nord: Die Sirenen rufen 58 Feuerwehrleute aus Idstedt, Stolk, Böklund und Süderfahrenstedt zum Fachmarktzentrum der Gebrüder Honnens nach Idstedtkirche. Die Dachheizung soll einen Schwelbrand verursacht haben, und eine Person wird auf dem weiträumigen Gelände vermisst.

Schnell wird den anrückenden Helfern klar, dass Idstedts Wehrführer Volker Vahlendieck lediglich eine Übung inszeniert hat, die praktische Erfahrungen für den Ernstfall liefern soll.

Nur 14 Minuten nach dem Alarm hat das erste Strahlrohr Wasser, und auch der nachgeordnete Aufbau verläuft in reibungsloser Zusammenarbeit. Allerdings dauert die Rettung der Strohpuppe zu lange – im Ernstfall hätte sich aber auch niemand hinter einem Gabelstapler aufrecht zwischen Regal und Wand gezwängt.

Während die Einsatzkräfte Lichtmasten, Atemschutzgeräte und reichlich Schläuche wieder einpackten, ließen sich die Feuerwehrführer von Torsten Honnens und Marktleiter Roland Heidemann das Fachmarktzentrum zeigen. „Für alles, was rollt, haben wir passende Öle“, bewiesen sie beim Rundgang, und eingelagerte Chemikalien würden alle Gefahrklassen von 1 bis 8 abdecken.

Dabei begriffen die Wehr- und Gruppenführer, dass ein Ernstfall in dieser Riesen-Firma eine Herausforderung für noch wesentlich mehr Wehren sowie den Löschzug Gefahrgut sein würde.

„Ohne Schlauchwagen und Drehleiter aus Schleswig können wir hier kaum etwas ausrichten“, resümierte Einsatzleiter Volker Vahlendieck beim abschließenden Essen in einer Lagerhalle.

Stellvertretender Amtswehrführer Lothar Beusen fand die traditionelle Herbstübung im Löschbezirk praxisnäher als jede Amtsübung. Sie habe gezeigt, dass man bei solchen Lagen klare Abschnitte mit eigenen Zuständigkeiten bilden müsse.

• Den Unterschied zwischen durchdachter Übung und Ernstfall erfuhren die Wehren Stolk, Idstedt und Böklund nur einen Abend später beim Brand einer nur schwer zugänglichen Werkstatt der „Marke Eigenbau“ in Stolkerfeld.

Die Siedlung Klein-Hamburg und der sie umgebende Wald stehen zwar noch; aber die Werkstatt und zwei Autos sind zerstört.

Brisant war der Einsatz durch einen Gastank, Gasflaschen, Benzinkanister und die Zufahrt durch den direkt angrenzenden Wald. Dabei erwiesen sich die von den Wehren mitgeführten Beleuchtungseinrichtungen als wertvolle Hilfe. Auch der Belüfter und die Wärmebildkamera aus Böklund kamen zum Einsatz.

Nach drei Stunden waren die letzten Glutnester gelöscht. Der Besitzer kam noch in der Nacht mit Verdacht auf Rauchvergiftung in die Klinik.

 

Autor: shz.de - stz