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03.05.2017

Tolk-Schau kann Angebot ausbauen

Gemeindevertretung gibt Grünes Licht für Hallenbau und weitere Fahrgeschäfte / Neue Bauplätze werden im Dorf erschlossen

 

Tolk Eine ungewöhnlich hohe Anwohner-Beteiligung sprach für die Brisanz der auf der Tagesordnung stehenden Punkte in der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung Tolk. Allen voran die mögliche Erweiterung der ortsprägenden Tolk-Schau schien viele zu interessieren. „Diesbezügliche Überlegungen gibt es schon seit 20 Jahren,“ sagte Landschaftsarchitekt Frank Springer aus Busdorf, der den Anwesenden eine Möglichkeit zur Erweiterung des Freizeitparks für Kinder und Jugendliche vorstellte. Dem Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan des „Freizeitpark Tolk-Schau“ stimmten die Gemeindevertreter einstimmig zu, um dem Betrieb Entwicklungsperspektiven zu ermöglichen. Dieser möchte auf dem eigenen Gelände eine Halle errichten, um dort „unsere Pfauen unterzubringen, falls wieder eine Vogelgrippe ausbricht“, so Prokurist Stephan Erichsen. Auch würde der Freizeitpark gerne weitere Fahrgeschäfte installieren.

Noch bevor man auf der Tagesordnung zum Informationsbericht zum Thema Windkraft vorgedrungen war, gab es Beschwerden aus der Reihe der Bürger, die sich nur mangelhaft informiert fühlten über die Windkraft-Entwicklung in der eigenen Gemeinde. Statt die aktuellen Entwicklungen publik zu machen, werde „Still ruht der See“ veranstaltet, so ein aufgebrachter Besucher. Der Vorwurf wurde laut, dass man in Taarstedt augenscheinlich besser informiert worden sei. Bürgermeister Holger Böttcher betonte, „jede Veranstaltung war öffentlich und ist auch in Tolk schon gewesen.“ Für die aktuelle Sitzung sei eine Information zum aktuellen Planungsstand vorgesehen und Eingaben über das Für und Wider könnten auch weiterhin noch eingereicht werden.

Die genaue Anzahl der Windräder oder Angaben über die jeweilige Höhe könnten derzeit noch nicht gemacht werden, dafür sei es noch zu früh. Auf Landesebene würden jetzt erst Flächen nach komplizierten Regeln ermittelt. Regeln, die sich möglicherweise nach der anstehenden Landtagswahl noch einmal entscheidend ändern. Dies erklärte Biologe Michael Dietrich von der Gesellschaft für Freiland-Ökologie und Naturschutzplanung in Molfsee den Anwesenden anhand einer kurzen Diavorführung. Der Kritik, man habe sich während des Verfahrens auf veraltete Schallgutachten gestützt und vernichte so willentlich die Wohnqualität und den Wert von Immobilien im Radius von 400 Metern um die Anlagen, wies Dietrich zurück. Er versicherte, dass neueste Schallgutachten angefertigt worden seien.

Unter Infraschall versteht man Niedrigfrequenz-Schallwellen in einem Bereich unterhalb der menschlichen Hörschwelle. Diese stehen in dem Verdacht, gesundheitliche Schäden zu verursachen; was allerdings noch nicht ausreichend erforscht ist, doch auch die Befürchtung, dass bauliche Veränderungen zukünftig aufgrund der Nähe zu den Windanlagen nicht mehr möglich sind, machen den Tolkern Sorgen. Holger Böttcher versichert seiner Gemeinde: „Wir bleiben weiter im Kontakt, damit die Bürger informiert werden können und wissen, was passiert. Jeder hat Mitspracherecht.“

Mit einem Vorfall von Vandalismus am alten Bahndamm in Tolk geht man im Gemeinderat ziemlich gelassen um, die Angewohnheit einiger Tolker Hundebesitzer, ihren „Fiffi“ den Dorfplatz als Toilette benutzen zu lassen, regt die Gemüter weit mehr auf. Schließlich werden auf diesem Platz die Feste im Ort gefeiert, und er sollte als Aushängeschild für ein nettes und gepflegtes Dorf Schleswig-Holsteins nicht mit übelriechenden „Tretminen“ dekoriert sein. Deshalb bittet die Gemeinde die Verursacher darum, sich in Zukunft einen anderen Ort für die „Geschäfte“ ihrer Vierbeiner auszuwählen.

Der Ausbau der Breitbandversorgung verzögert sich. Zum mittlerweile dritten Mal haben sich die Regelungen bezüglich der Planung, der Betreiber und des Ausbaus geändert. So bleibt es weiterhin spannend, ob es die Bundesregierung wie zugesichert schafft, bis 2018 eine flächendeckende Versorgung auch in ländlichen Gebieten zu gewährleisten.

Die Gemeindevertretung Tolk hat einstimmig der Erschließung von zwölf weiteren Baugrundstücken und der Vergabe der Aufträge zugestimmt. „Der Bauplatzverkauf läuft gut,“ sagte Holger Böttcher im Bürgermeisterbericht, „der Bedarf ist da. Ich glaube an den Erfolg.“ Die Reservierung der Grundstücke ist ab sofort möglich.

Auch die Entwicklung in der Kita verlaufe positiv, eigentlich habe man sogar zu wenige Plätze, daher ist eine Erweiterung um fünf Krippenplätze geplant. Da sei man auf schnelle Veränderungen angewiesen und wolle weiterhin im engen Dialog mit dem DRK als Kita-Betreiber bleiben, so Böttcher.

An den Kosten zur Sanierung des Bürgersteigs in der Straße „An der Schule“ beteiligt sich die Gemeinde mit einer Summe von 1000 Euro und die Bänke im Ortsgebiet werden derzeit in Stand gesetzt. Die Sporthalle derzeit saniert und man plant dort außerdem, die aus den 1970er Jahren stammenden alten Leitungen zu erneuern, der Zuschuss ist schon beantragt, um die WC- und Duschanlagen auszutauschen.

Mit der Herstellung des Gehweges Hoböck wurde nach der Ausschreibung die Firma „Schaalbyer Tief- und Straßenbau“ als diejenige mit dem wirtschaftlichsten Angebot beauftragt.

Das Thema der teilweise 25 Jahre alten Straßenbeleuchtung reichte Holger Böttcher an den Bauausschuss weiter.

Autor: Heidi Schultz, 03.05.2017 
Quelle: www.shz.de