Hilfsnavigation

Startseite | Kontakt | Dienstgebäude | Öffnungszeiten | Impressum | Sitemap



27.07.2016

Höchster Kredit der Dorfgeschichte

Stolk nimmt Darlehen über 836 000 Euro auf, um Aktien der SH Netz AG zu kaufen / Gemeinde gibt Bodengutachten für Lüngmoor in Auftrag
STOLK

Die Stolker Gemeindevertretung hat finanzpolitische Geschichte geschrieben: Noch nie zuvor ist ein Kredit in dieser Höhe aufgenommen worden, nämlich über fast 836 000 Euro. Dafür sollen 178 Anteile an der Schleswig-Holstein Netz AG erworben werden. Bei historisch niedrigen Kosten fürs Geldleihen verbleibt nach Abzug von Solidaritätszuschlag und Kapitalertragssteuer eine garantierte Dividende von 20 280 Euro für jedes der nächsten fünf Jahre.

Sollten die Aktien 2021 gekündigt werden, gebe es mindestens den jetzigen Kaufpreis zurück zuzüglich eines möglichen Wertgewinns. Die Kommunalaufsicht habe gegen diese Beteiligung, die landesweit schon mehr als 220 Kommunen getätigt haben, keine Bedenken, hieß es in der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung. Der Stromversorger dürfe nur nicht pleite gehen, warnte einer. „Dann müsste hier schon Krieg ausbrechen“, hielt Dietmar Ristow dagegen, und so wurde bei einer Enthaltung dieses „Riesen-Ding“ beschlossen.

Nur Ja-Stimmen gab es für die Auftragsvergabe eines hydrologisch-bodenkundlichen Gutachtens im Lüngmoor im Wert von 25 275 Euro. Dieses Geld belastet nämlich nicht den eigenen Haushalt, sondern kommt von der Stiftung Naturschutz. Damit soll eingestiegen werden in eine mit Süderfahrenstedt zusammen betriebene Renaturierung des Hochmoores (wir berichteten).

Einmütig verliefen auch die drei Beschlüsse, mit denen die Aufgabe der öffentlichen Wasserversorgung dem Wasserbeschaffungsverband (WBV) Südangeln übertragen wurde. Dadurch gelten ab nächstem Jahr im gesamten Verbandsgebiet dieselben Gebühren. Diese fallen für normale Haushalte mit monatlich brutto 10,70 Euro sogar etwas niedriger als bisher aus. Aus Sicht der wasserintensiven Betriebe indes verspürte Kai Börensen „Bauchschmerzen“, weil es für sie künftig teurer werde, „obwohl der WBV von Großabnehmern lebt und diese das Preisniveau in Stolk bisher niedrig gehalten haben“. Doch nach der Klage eines Bürgers sei man zu dieser gesetzestreuen Lösung gezwungen, hieß es, und deshalb stimmten alle zu.

Das taten die Gemeindevertreter auch bei der 2. Änderung des Bebauungsplanes „Nordring“, nachdem Ingenieur Boyke Elsner die hierzu eingegangenen Stellungnahmen erläutert hatte. Nach Einarbeitung dieser Hinweise und kleiner Korrekturen in der Planzeichnung wird diese im verkürzten Verfahren erneut ausgelegt; nach den Sommerferien könnten dann Erschließungsarbeiten ausgeschrieben und teil-erschlossene Grundstücke sofort verkauft werden.

Autor: stz, 27.07.2016 
Quelle: www.shz.de