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18.07.2016

Kritik an Griff des Kreises in die Kassen

Südangeln: Lob für Sozialbericht, aber auch Bedenken hinsichtlich einer möglichen Umlage-Erhöhung für die Gemeinden
Böklund

 

Was brauchen die Gemeinden im Amt Südangeln, um den demografischen Wandel zu gestalten? Wie kann der Kreis dabei helfen? Das sind Fragen, die zeitnah in einer Regionalkonferenz geklärt werden sollen. Die Grundlagen für die Auseinandersetzung mit diesem Thema hat der Kreis bereits geliefert – in Form seines Sozialberichtes. Das weitere Vorgehen wurde im Amtsausschuss diskutiert, mit dem Ergebnis, das Amtsdirektor Heiko Albert so formulierte: „In Ermangelung einer besseren Idee mache ich das mal zur Chefsache.“

Neben dem Lob für die umfangreiche Erhebung von Sozialdaten sparte der Amtsdirektor aber nicht mit Kritik am Kreis: Die geplante Erhöhung seiner Kreisumlage werde in Südangeln bis zu 300 000 Euro für Investitionen entziehen, während das entsprechende Volumen des Kreises für investive Maßnahmen trotzdem nicht steigen werde. Das sei angesichts des angestrebten Breitbandausbaus für die Südangelner schmerzlich.

Gäste in der jüngsten Sitzung des Amtsausschusses waren Rotraud Rasch und Stefanie Hellriegel von der Kreisverwaltung. Sie stellten den „Sozialbericht 2015“ vor – ein 214 Seiten umfassendes Werk. Es erfasst den gesellschaftlichen Wandel anhand von Zahlen, aus denen situationsgerechtes Handeln abgeleitet werden soll. In ihrem Vortrag beleuchteten sie exemplarisch einige statistische Werte für Südangeln und verglichen die Daten mit jenen im übrigen Kreis. Dabei kam heraus, dass hier viele Beschäftigte im produzierenden Gewerbe tätig sind, während der Dienstleistungsbereich schwächer ausgeprägt ist. Ermittelt wurde eine hohe Zahl von Alleinerziehenden-Haushalten, relativ hohe Fallbeträge bei Hilfen zum Lebensunterhalt sowie hohe Fallzahlen in der sozialpädagogischen Familienhilfe. Mit 125 von kreisweit 1200 Plätzen in stationären Jugendhilfeeinrichtungen liegt das Amt Südangeln in der Spitzengruppe. Auch das Ergebnis zahnärztlicher Reihenuntersuchungen in Grundschulen wurde festgehalten: Die Anzahl behandlungsbedürftiger Kinder ist in Südangeln vergleichsweise hoch.

Die Beschlüsse im Ausschuss waren schnell und einstimmig abgesegnet: Informationstechniker Joachim Kock wurde als Vertreter des Amtes in den Verwaltungsrat des IT-Verbundes Schleswig-Holstein gewählt; die Anschaffung eines Kompakttraktors mit Sichelmähwerk für 36 000 Euro wurde nachträglich genehmigt; auch 15 Laptops, die die Boy-Lornsen-Grundschüler bereits nutzen, durften für 7500 Euro gekauft werden; und 5300 Euro wurden bewilligt für eine Photovoltaik-Garantieverlängerung. Auf den Schuldächern in Schaalby und Tolk hätten schon mehrmals Wechselrichter ersetzt werden müssen, damit man mit dieser Ausgabe am Ende Kosten vermeidet.

Die für eine Bildungs- und Kulturlandschaft kürzlich eingestellte Wenke Mees habe inzwischen Kontakte geknüpft und sich gut eingearbeitet. Um eine bessere Übersicht über die Angebote in den Gemeinden zu haben, soll ein Veranstaltungskalender im Internet erstellt werden, der in die Eigenpflege der Institutionen und Vereine übergeht. So werde nach außen sichtbar, dass in diesem neuen Aufgabenfeld etwas geschehe, lobte der Amtsausschuss. Der Auftrag zur Erstellung der Internetseite wurde erteilt und in dem Zusammenhang ein Zuschuss seitens des Kreises über 10 000 Euro dankbar angenommen.

Autor: stz, 18.07.2016 
Quelle: www.shz.de