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23.01.2016

Vielen Vereinen fehlt der Nachwuchs

Idstedter Gemeindevertretung lässt die Vorsitzenden zu Wort kommen / Bürgermeister gegen Kürzung der finanziellen Unterstützung
IDSTEDT

 

In der Sitzung der Gemeindevertretung Idstedt kamen die Vorsitzenden der Vereine zu Wort. Sie berichteten über Nachwuchssorgen, aber auch über Erfolge in der Jugendarbeit. Jüngere Aktive wünscht sich der 26 Sänger umfassende Chor, der einen Altersdurchschnitt von 67 Jahren hat. Dem „Hauptkulturträger im Ort“ (Bürgermeister Edgar Petersen) bescheinigten alle eine erfreuliche Aufwärtsentwicklung seit der Verpflichtung von Oliver Brendicke als Chorleiter.

Der DRK-Ortsverein ist in den letzten Jahren von 105 auf 68 Mitglieder geschrumpft. Man freue sich über jeden Neuzugang, warb der Vorsitzende Waltraud Clasen. Allerdings seien die monatlichen Spielenachmittage immer gut besucht, und Kuchenspenden aus der Bevölkerung gebe es zu allen Anlässen reichlich.

Um die Feuerwehr einsatzfähig zu halten, müsse die Politik Anreize schaffen für mehr Freiwillige, mahnte Wehrführer Volker Vahlendick an. Und der Bürgermeister ergänzte: Wer ein eigenes Haus habe und deshalb grundsätzlich auf Notfallhilfe der Gemeinde angewiesen sei, müsste eigentlich aktives oder zumindest förderndes Mitglied der Feuerwehr sein.

Auch der 60 Mitglieder starke Schützenverein braucht jüngere Mitglieder zur Förderung der Dorfgemeinschaft. Nachwuchs fehlt auch der 40 Mitglieder starken Sportschützensparte im VfL Eiche. Hier geht es allerdings weniger um die dörfliche Geselligkeit als vielmehr um Pokale und Medaillen auf Kreis-, Landes- und Bundesebene. Stolz wurden die mit viel Eigenleistung erstellten Schießstände gelobt, die ihresgleichen erst wieder im ostfriesischen Aurich finden. Entsprechend bekannt sei Idstedt deshalb in Norddeutschland.

Keine Nachwuchsprobleme kennt die Angelsportgemeinschaft, unter deren 170 Mitgliedern 45 Jugendliche sind. Das jährlich sehr gut angenommene Sommercamp beweise, wie erfolgreich intensive Jugendarbeit betrieben werde. Auch der Idstedter Pétanque-Club „Smiet weg“ hat unter seinen 82 Mitgliedern 14 Jugendliche, die in den letzten drei Jahren bei den Deutschen Meisterschaften jeweils zweite und dritte Plätze belegt haben. Größter Wunsch des Vorsitzenden Volker Timm: eine Halle. 14 mal 9 Meter reichen aus.

Das Kinderfest-Team hat sich neu aufgestellt und wird jetzt von Manuela Petersen geleitet. Sie dankte Vätern, die Spiele selbst gebaut hätten, sowie den Vereinen für Unterstützung. Gern dürften weitere Helfer mitmachen, die sich bereits am 27. Januar zu einer ersten Besprechung für das am 25. Juni geplante Kinderfest treffen.

Auch der Nikolaus-Club hat mit Astrid Fries und Sarah Czipull eine neue Leitung und natürlich keine Probleme mit Nachwuchs: Kleine Kinder gibt es genug. Das gilt auch für den dänischen Kindergarten, der mit zehn Krippenkindern und 15 größeren noch Kapazitäten frei hat.

Bürgermeister Edgar Petersen wies darauf hin, dass all diese Vereine ohne ehrenamtliches Engagement nicht funktionieren würden. „Die freiwilligen Leistungen unserer Mitbürger müssen wir erhalten. Bedenkt das bei den nächsten Finanzdebatten.“ Mit diesem Appell an die Gemeindevertreter deutete er an, dass die finanzielle Unterstützung an die Vereine nicht gekürzt werden dürfe.

Während der Sitzung aber beschränkten sich die Gaben auf Ehrengaben an einige „Leistungsträger“ in der Gemeinde: Hans Wilhelm Clasen wurde für die Pflege von Denkmal und Wanderwegen ausgezeichnet, Jürgen Schwaß als „Mister Saubermann“ für die Reinhaltung von Feuerwehrhaus, Schützenheim und WC-Anlage am See sowie Holger Behmer für die Monatsschriften des Kulturkreises an alle Haushalte. Weitere Geschenke bekamen Albert Erichsen für den Winterdienst, Heinz Sakautzki für 26 Jahre immer freundliche Postzustellung, dessen Ehefrau, weil ihr Mann durch „Klönschnack“ mit den Kunden oft länger als vorgeschrieben in Idstedt geblieben sei, und selbst seine eigene Ehefrau Monika vergaß Bürgermeister Edgar Petersen nicht: Weil er oft außer Haus sei, müsse sie am Telefon Vieles abfedern, was eigentlich gar nicht ihre Sache sei.

Autor: Hans-Werner Staritz, 23.01.2016 
Quelle: www.shz.de