Hilfsnavigation

Startseite | Kontakt | Dienstgebäude | Öffnungszeiten | Impressum | Sitemap



04.05.2015

Windkraft-Projekt bewegt die Bürger

Investorengruppe stellt Pläne für größere Anlagen in Twedt vor / Einwohner befürchten höhere Lärmbelästigung
Twedt

 

Rund 50 Bürger interessierten sich für das geplante Windkraftprojekt, das eine örtliche Investorengruppe während der jüngsten Twedter Gemeindevertretersitzung vorstellten. Eine Kulisse, die Bürgermeister Alexander Schmidt bei einer Sitzung bisher noch nicht gesehen hatte.

Nach einer Einführung von Andreas Kunte über die Vorteile der Windkraft und die damit verbundenen Genehmigungsverfahren erläuterte Fachplaner Eugen Siefert das Projekt im Detail. Es handelt sich um ein sogenanntes Repowering-Projekt auf dem Gebiet des jetzigen Windparks Alttolkschuby. Die 20 dort stehenden Windkraftanlagen mit einer durchschnittlichen Spitzenhöhe von 80 Meter sollen durch zehn Anlagen der 150-Meter-Klasse abgelöst werden. Da jede Einheit bis zu drei Megawatt leistet, wird sich die erzeugte Energieleistung vervielfachen. Aus diesem Grund muss auch der Stromabtransport neu geplant und geregelt werden. Grundsätzliche Genehmigungsprobleme gibt es keine, da das Gebiet als Windkrafteignungsfläche genehmigt ist und die Abstände zu Wohngebäuden mit mindestens 450 Meter eingehalten werden. Anhand eines Computerbildes legte Siefert eine erste Standortplanung vor. Um den Plan zu verwirklichen, müssen sowohl der Flächennutzungsplan wie der Bebauungsplan der Gemeinde geändert werden. Unter Berücksichtigung der Planungs-, Genehmigungs-, Liefer- und Bauzeiten könnte die Anlage unter günstigen Bedingungen im Frühjahr 2017 in Betrieb gehen.

Ersten Gegenwind gab es von einer Bewohnerin des Ortsteils Buschau. „Warum müssen bei einer Neuplanung die größeren Anlagen näher an den Wohnhäusern stehen als die alten?“, fragte sie. Siefert verwies auf den Status der ersten Grobplanung, an der noch einiges geändert werden müsse – vor allem, weil man noch keine Angaben zu Richtfunkstrecken der Bundeswehr habe. Man würde den angesprochenen Einwand dabei bedenken.

Nach den unerfreulichen Vorfällen in Süderfahrenstedt fragten die Bürger auch nach Konsequenzen, die sich aus einer verstärkten Lärmbelästigung ergeben. „Falls die Werte nicht eingehalten werden, wird die Anlage abgeschaltet“, erklärte Siefert.

Zum Abschluss der Vorstellung erläuterte Investor Klaus Jürgensen das Modell einer Bürgerbeteiligung. Dazu würden unter dem Dach einer Verwaltungsgesellschaft vier Betreibergesellschaften gegründet, von denen eine für Bürger der Gemeinde Twedt geöffnet würde. Details dazu müssten aber noch geklärt werden. Bürgermeister Schmidt versprach, dies noch zum Thema einer Einwohnerversammlung zu machen.

Im weiteren Verlauf der Sitzung verabschiedeten die Mandatsträger einen Betreibervertrag für die Kindertagesstätte in Taarstedt mit dem Kindertagesstättenwerk des Kirchenkreises Schleswig-Flensburg.

Autor: Claus Kuhl, 04.05.2015 
Quelle: www.shz.de