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13.04.2015

Das ständige „Wummern“ erregt die Gemüter

Süderfahrenstedter fordern Maßnahmen gegen lautes Windrad / Auch der Spielplatz sorgt weiter für Ärger
Süderfahrenstedt

 

Ruhe wird im Dorf erst wieder einkehren, wenn die größere der beiden neuen Windenergieanlagen abgeschaltet oder wirksam nachgebessert ist. Das ist das Ergebnis der jüngsten Süderfahrenstedter Gemeinderatssitzung, in der zahlreiche Einwohner ihre politische Vertretung aufgefordert haben, innerhalb von vier Wochen konkrete Maßnahmen gegen die Lautstärke bei den Stadtwerken und der Herstellerfirma einzufordern.

Der aktuelle Versuch, die aufgebrachten Bürger mit dem genehmigungskonformen Schallgutachten des vergangenen Sommers zu beruhigen, war jedenfalls ins Leere gelaufen. Planer und Ingenieure mussten sogar zugeben, dass die große „E 92-Anlage“ seinerzeit ganz neu gewesen sei: „Sie sind leider unter den ersten, die eine solche Anlage in ihrer Nachbarschaft haben. Dafür gab es keine Erfahrungswerte“, hieß es.

Gemeinderat sieht sich zu Unrecht am Pranger

Am Ende blieb im Raum stehen, dass die Dorfgemeinschaft mit falschen Versprechen geködert worden sei: Das störende „Wummern“ sei meilenweit davon entfernt, nicht lauter zu sein als die frühere Windmühle am Wasserwerk. Dem stimmte auch der Gemeinderat zu, der sich im Übrigen bei vielen kritischen Äußerungen zu Unrecht an den Pranger gestellt sah; schließlich sei die Errichtung der beiden Windriesen durch einen Bürgerentscheid möglich geworden.

Doch bei der Frage „Wie geht’s weiter mit dem Spielplatz?“ kam die Vertretung nicht aus ihrer Verantwortung heraus. Vieles sei lange nicht abgearbeitet worden, weil man nach kostengünstigen Lösungen gesucht habe – sagten die einen. „Die Bürger wollen was und werden immer nur vertröstet“ – erwiderten die anderen und pochten dabei vehement auf Einhaltung von Normvorschriften.

Bürgermeister Heinrich Mattsen blickte in diesem Zusammenhang zurück: Früher habe alles ohne Paragrafen und Normen jahrelang Tüv-gerecht gehalten; jetzt werde das Bisherige von wenigen mit Füßen getreten. Amtsdirektor Heiko Albert wurde noch deutlicher: Keiner werde mehr ehrenamtlich tätig und lasse sich dafür in Haftung nehmen. Die Konsequenz heiße „zertifizierte Fachfirma“, deren Kosten im Haushalt auftauchten, oder „Spielplatz dichtmachen“.

Um Geld ging es auch bei den weiteren Themen der Sitzung: Ein gebrauchter Kombi-Dämpfer für die gemeindeeigene Gaststätte kostet knapp 6300 Euro, und mit einer Nachzahlung für die letzten 20 Jahre in Höhe von 10 000 Euro wurde der Weg zum Schützenheim in den Schwarzdecken-Unterhaltungsverband aufgenommen. Eine dringende Sanierung dieses Weges wäre sonst für die Gemeinde deutlich teurer geworden.

Autor: hans-werner staritz, 13.04.2015 
Quelle: www.shz.de