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26.05.2012

Viel Skepsis gegenüber neuen Windrädern

Gemeindevertretung Süderfahrenstedt entscheidet am 6. Juni
Süderfahrenstedt

 

Der Wasserbeschaffungsverband Südangeln (WBV) möchte in Zusammenarbeit mit den Schleswiger Stadtwerken neben dem Süderfahrenstedter Wasserwerk zwei Windenergieanlagen errichten. Diese Pläne lösten auf der April-Sitzung der Gemeindevertretung bei etlichen Bürgern und auch einigen Gemeindevertretern Unmut aus, weil sie sich schlecht informiert fühlten (wir berichteten). Bürgermeister Heinrich Mattsen versprach daraufhin, eine Einwohnerversammlung abzuhalten. Rund 100 Einwohner folgten nun der Einladung und kamen in den Gasthof „Zum Langsee“.
Heiko Albert, Leitender Verwaltungsbeamter des Amtes Südangeln, erläuterte das Vorhaben, bei dem es sich um eine Ersatz- und Erweiterungsmaßnahme (Repowering) von vier technisch überholten Windenergieanlagen – eine des WBV auf dem Grundstück des Wasserwerkes sowie drei Anlagen der Schleswiger Stadtwerke an anderen Standorten – handelt. Von der Investition verspricht sich der WBV, langfristig die Wasserpreise stabil halten zu können. Da ein Repowering rechtlich für jede Neuanlage den Abbau zweier Altanlagen vorschreibt, der WBV aber nur eine Anlage besitzt, wurden die Stadtwerke ins Boot geholt.
Zwischenzeitlich sei das Verfahren weit fortgeschritten. Eine Standortprüfung und eine Prüfung auf Groß- und Greifvögel wie auch Fledermäuse habe keine negativen Einflüsse ergeben, so Albert. Die Zustimmung des Landesamtes für Naturschutz und Landschaftspflege liege vor und Vereinbarungen mit den Schleswiger Stadtwerken und mit Grundstückseigentümern seien getroffen worden.
Nach der Zustimmung durch den Gemeinderat Süderfahrenstedt – diese soll in der Sitzung am 6. Juni beraten werden –, dem Einholen ausstehender Gutachten sowie einer abschließenden Stellungnahme des Landesinnenministers rechnet Albert mit der Auftragsvergabe Anfang und mit der Betriebsaufnahme Ende 2013. Rentabilitätsberechnungen hätten laut Albert zusätzliche Gewerbesteuereinnahmen von rund 450 000 Euro in 20 Jahren ergeben.
Planungsingenieur Henning Holst erläuterte Details der Anlagen, die eine Flügelhöhe von maximal 130 Metern aufweisen. Das Investitionsvolumen belaufe sich auf sechs bis 6,5 Millionen Euro.Schon im Verlauf der Expertenäußerungen wurde deutlich, dass deren Aussagen nicht von allen Anwesenden geteilt werden. In der anschließenden Diskussion übten einige Einwohner deutliche Kritik an der späten Bürgerinformation. Es wurde der Vorwurf laut, im Grunde einer Werbeveranstaltung der Windenergieerzeuger beizuwohnen. Daneben wurden aber auch bekannte Sorgen und Probleme ins Feld geführt, wie die Furcht vor sinkenden Grundstückspreisen die Behinderung der baulichen Dorfentwicklung, der Verlust an Erholungswert, die Befürchtung von Lärmbelästigung, Schattenwurf und Tieffrequenzschall. Auch wurden Bedenken laut, ob die vier der neun Gemeinderatsmitglieder, die zugleich Interessenvertreter des WBV sind, unbefangen entscheiden könnten.
Autor: dun, 26.05.2012 
Quelle: www.shz.de