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04.11.2011

23 Gemeinderäte tagen zeitgleich

Interkommunales Gewerbegebiet Schleswig-Umland: Ministerium fordert parallelen Beschluss aller Partner vor Gründung eines Zweckverbandes
Schleswig-Flensburg 

Mit einer Mammutveranstaltung wollen die künftigen Gesellschafter den Zweckverband für das „Interkommunale Gewerbegebiet Schleswig-Umland“ aus der Taufe heben. Sämtliche 23 Gemeinde- und Stadtverwaltungen der beitrittswilligen Partner werden dabei sein, wenn deren Bürgermeister am kommenden Dienstag ihre Unterschrift unter den öffentlich-rechtlichen Vertrag setzen. Zuvor werden die mehr als 300 Lokalpolitiker parallel die notwendigen Gemeinderatsbeschlüsse treffen.
Einen Ratssaal für die öffentliche Gemeinschaftsaktion gab es nicht, daher musste auf die Kreissporthalle am Schleswiger Eisteich ausgewichen werden. Dort soll besiegelt werden, was unter der Leitung der Wirtschaftsförderungs- und Regionalentwicklungsgesellschaft Flensburg/Schleswig (Wireg) in einer Arbeitsgruppe zwei Jahre lang vorbereitet worden ist. „Dieses Projekt“, so Landrat Bogislav-Tessen von Gerlach, der das Projekt mit angeschoben hatte, „ist zukunftsweisend für unsere Region und die passende Antwort auf die gegenwärtige und zukünftige wirtschaftliche Entwicklung“.
Dass das Konzept attraktiv ist, belegt die Zahl beitrittswilliger Gemeinden. „Als wir im Juni das Konzept vorgestellt haben, waren es 13 Gemeinden, heute sind es 23“, betont Wireg-Koordinator Burkhard Otzen. Für Torsten Eickstädt von der Stadt Schleswig ist dies zudem ein Beleg für die große Verbundenheit in der Region. Diese Verbundenheit zum Ausdruck zu bringen, sei ein Aspekt der Mammutveranstaltung in der Kreissporthalle. Ein zweiter ist die Notwendigkeit, dass wirklich jeder Gemeindevertreter weiß, „wie viele Gemeinden exakt welches Stück vom Kuchen bekommen“, wenn sie für ihre Gemeinde abstimmen. Darauf hatte das Innenministerium als Kommunalaufsichtsbehörde hingewiesen, nachdem bereits alle Kommunen ein positives Votum abgegeben hatten.
Das Gewerbegebiet auf der Gemeindefläche von Schuby wird eine Fläche von rund 52,89 Hektar haben und liegt direkt im Dreieck zwischen A 7 und B 201. Von der Gesamtgröße verbleibt abzüglich der Straßen, Wasserflächen sowie Schutz- und Grünstreifen eine Netto-Baulandfläche von 39,12 Hektar, die für die Ansiedlung von Gewerbe zur Verfügung steht – Gewerbe, das aufgrund seiner Größe nicht in den kommunalen Gewerbegebieten untergebracht werden kann. Und für dieses scheint die verkehrsgünstige Lage durchaus Zugkraft zu besitzen. „Wir haben zahlreiche Anfragen, drei davon sind schon sehr konkret“, erklärt Otzen. Davon kämen drei von Firmen aus Dänemark – nicht nur aus der Logistikbranche, sondern auch aus dem produzierenden Gewerbe. Zudem seien die Flächen für den Großhandel interessant, so Otzen weiter. Eine der interessierten Firmen habe in ersten Gesprächen 80 neue Arbeitsplätze avisiert, eine weitere zunächst 50 – mit der Option, auf bis zu 250 aufzustocken.In der Sporthalle am Eisteich werden vor den zeitgleich stattfindenden 23 Gemeindevertreter-Sitzungen der Landrat und Dr. Klaus Matthiesen, Geschäftsführer der Wireg, noch einmal über das Projekt informieren. Weitere Teilnehmer sind Innenstaatssekretär Volker Dornquast, für die amtsangehörigen Gemeinden die Amtsvorsteher der Ämter Haddeby (Ralf Feddersen), Südangeln (Hans-Werner Berlau), Arensharde (Herbert Will) sowie die Bürgermeister der Gemeinde Kropp (Reinhard Müller), der Stadt Schleswig (Thorsten Dahl) und der Standortgemeinde Schuby (Helmut Ketelsen) und Vertreter der Landtagsfraktionen und Mitglieder der Arbeitsgruppe „Interkommunales Gewerbegebiet Schleswig-Umland“.
Autor: Hannes Harding, 04.11.2011 
Quelle: www.shz.de