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20.09.2011

„Uns ist ein Sahnestück verloren gegangen“

„Karrenberg“-Gelände für 610 000 Euro versteigert / Rätselraten um neuen Besitzer / Idstedt sagt „Ja“ zum Gewerbegebiet bei Schuby
Idstedt 

Wer hat denn nun den ehemaligen Mobilmachungs-Stützpunkt „Karrenberg“ ersteigert? Das wollten Einwohner schon in der Fragestunde der jüngsten Ratssitzung von Bürgermeister Edgar Petersen wissen. Sie mussten sich jedoch gedulden, bis sie erfuhren, was der Bürgermeister und sein Stellvertreter Falko Hildebrandt bei der Versteigerung des knapp zehn Hektar großen Geländes, die in Rostock mit mehr als 300 Interessenten von statten gegangen war, erlebt hatten: Bei 230 000 Euro sei im Saal Schluss gewesen, und dann hätten drei Telefonanbieter den Kaufpreis auf 610 000 Euro hochgeschraubt. Der neue Besitzer, ein Banker aus der Nähe von Kappeln – mehr wurde bisher nicht bekannt – werde bei Bürgermeister Petersen vorstellig werden, sobald es seine Geschäfte zuließen. Petersen kommentierte die Versteigerung mit den Worten: „Unserer Gemeinde ist ein Sahnestück verloren gegangen.“
Dafür steigt Idstedt woanders ein, nämlich beim interkommunalen Gewerbegebiet Schleswig-Umland an der A 7 bei Schuby. Dem Beschluss war allerdings erneut eine kontroverse Diskussion vorausgegangen: Bei großen ausländischen Firmen würden Einnahmen aus Gewerbesteuern für hiesige Kommunen ein Traum bleiben, mutmaßten Ulf Brogmus und Volker Marxsen. Peter Voß bemängelte, dass keine konkreten Zahlen vorlägen, für welche Summe man geradestehe und in welcher Höhe Einnahmen zu erwarten seien. Edgar Petersen und Falko Hildebrandt indes sehen viele neue Arbeitsplätze und daraus resultierende Steuereinnahmen für die Gemeinden. Sie äußerten die Hoffnung, kleinere Zulieferfirmen könnten sich im eigenen Gewerbegebiet Idstedtkirche ansiedeln. Schließlich entschied die Vertretung mit 7:3, dem Zweckverband beizutreten.
Geld war auch das beherrschende Thema der weiteren Tagesordnungspunkte: Zwar beschloss der Gemeinderat für das laufende Jahr Zuschüsse an die Vereine in bisheriger Höhe; doch ab 2012 sind Kürzungen möglich, weil zusätzliche Belastungen des Haushalts erwartet werden. Besonders das Schulwesen wäre betroffen, es verschlingt nach den gegenwärtigen Berechnungen bis zu 20 000 Euro zusätzlich. Auch die Schmutzwasserentsorgung wird voraussichtlich teurer: Nach Auslaufen des Vertrages mit dem Nachbaramt Arensharde habe man keine Klärwärter mehr, müsse eine Firma mit der Betreuung des Klärwerks beauftragen, die Rohre spülen und filmen – das alles erhöhe sicher die Abgaben für jedes Haus, hieß es. Um niemanden mit noch ungenauen Zahlen zu beunruhigen, wird sich zunächst ein Ausschuss weiter mit diesem Thema beschäftigen.Sofort beschlossen wurde indes, was nach den Worten des Bürgermeisters das Waffengesetz vorschreibt: Wegen der Lagerung von Waffen im Sportschützenheim, für deren Tresore der Verein zuständig ist, bekommt das gemeindeeigene Gebäude eine Alarmanlage. Das beschloss die Ratsversammlung einstimmig.
Autor: stz, 20.09.2011 
Quelle: www.shz.de