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12.05.2011

Stolker müssen den Gürtel enger schnallen

Einnahmen des Vereinshauses „Paleg“ sind zu gering, Energiekosten wiederum zu hoch
STOLK 

Vorsichtig bereitet der Stolker Gemeinderat die Bürger darauf vor, dass die Maßnahmen zur Konsolidierung des Haushalts jeden treffen können. In der jüngsten Sitzung stellte Finanzausschuss-Vorsitzender Friedrich Karde alle Beiträge und Zuschüsse auf den Prüfstand. Ein Beschluss war hierzu zwar noch nicht vorgesehen, aber sukzessive wird das Eine oder Andere anlässlich der kommenden Sitzungen womöglich zurückgefahren.
Genaue Zahlen lagen für das Vereinshaus „Paleg“ vor, das jährlich mit 10 000 Euro bei steigenden Energiekosten zu Buche schlägt. „Unser Beitrag für das allgemeine kulturelle Leben im Dorf wird bald zu teuer“, meinte Bürgermeister Heiner Paulsen angesichts der zu geringen Nutzungseinnahmen. Hier hatte die Verwaltung wegen der seit 18 Jahren unveränderten Vereinsgebühren anhand des Verbraucherpreisindexes eine Erhöhung für die beiden Schützenvereine und den DRK-Ortsverein vorgeschlagen. Bevor das jedoch beschlossen wird, sollen alle Möglichkeiten des Einsparens von Gas, Wasser und Strom ausgelotet werden.
Auch um eine Erhöhung der Grundsteuer kommt man ab 2012 nicht herum. Die Kommunalaufsicht verlangt das Ausschöpfen der eigenen Steuerkraft, wenn man für Investitionen Zuschüsse haben will. Dazu gehört auch die Hundesteuer, bei der die Vertretung sofort „zupackte“: Künftig kostet der erste Hund 60, ein zweiter 90 und jeder weitere 120 Euro. Bei als gefährlich geltenden Hunden steigt die Steuer auf 200, beziehungsweise 300 und 400 Euro.
Den Ratsmitgliedern war dabei allerdings sehr wohl bewusst, dass dieses willkürliche Steuersystem nicht in Ordnung sei: Die Preußen hatten 1810 eine Luxussteuer auf Hunde, Katzen, Pferde, Stubenvögel, Hausdiener und Klaviere eingeführt. Und deshalb bediene sich noch heute eine „klamme“ Gemeinde bei Hundebesitzern, ohne dass diese Einnahme zweckgebunden, etwa für Hundetoiletten, ausgegeben werden dürfe. Beim anschließenden Absegnen der Jahresrechnung 2010 im Gesamtvolumen von knapp 1,1 Millionen Euro wurde deutlich, warum in Stolk gespart und mehr eingenommen werden muss: Ein Defizit wurde nur durch die Rücklage ausgeglichen.
Am Schluss der Sitzung gelang es, weitere Kosten zunächst abzuwenden: Die Bezirksjugendfeuerwehr braucht eine Unterkunft. Doch statt der geplanten Containerlösung bei der Auenwaldschule, bei der Stolk mit einigen tausend Euro dabei sein müsste, bot die Gemeindevertretung das eigene Vereinshaus „Paleg“ an: Im Jugendraum lasse sich eine Fläche für Bekleidung abtrennen, Schulungs- und Sanitärräume wie großzügige Außenanlage seien vorhanden.Diese viel kostengünstigere Lösung stieß, wie sich inzwischen zeigte, bei den Bürgermeistern Böklunds und Süderfahrenstedts auf Interesse.
Autor: stz, 12.05.2011 
Quelle: www.shz.de