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17.03.2011

Bürger-Unmut über Maistransporte

Taarstedter befürchten „Straßensanierungssteuer“ / Eine generelle Gewichtsbeschränkung für Fahrzeuge ist umstritten
Taarstedt

 

Bis auf den letzten Platz besetzt war der Gemeinderaum in der „Alten Schule“ zur Einwohnerversammlung in Taarstedt. Dabei gab es nur wenige kontroverse Themen, die unter der Versammlungsleitung von Bürgermeister Hans-Werner Berlau zu diskutieren waren.
Einzig die auch in Taarstedt entstehenden Biogasanlagen riefen einige Bürger auf den Plan. Verständnis für die Landwirte, die sich am lukrativen Geschäft mit den alternativen Energien beteiligen, zeigten einige Bürger. Die Begleiterscheinungen wie sehr schnelles Fahren der riesigen landwirtschaftlichen Fahrzeuge bei der Maisanfuhr und die Beschädigung der für diesen Einsatz nicht ausgelegten Gemeindestraßen indes wurden in zahlreichen Wortbeiträgen kritisiert.
Als Folge wurde auch nach Ansicht des Bürgermeisters nicht zu Unrecht befürchtet, dass die Bürger neben höheren Strompreisen für die Bioenergieeinspeisung ins Stromnetz auch noch mit einer steuerähnlichen Umlage für die Sanierung der Gemeindestraßen rechnen müssen. Allerdings, so Berlau, habe man beim Ausbau des Gemeindewirtschaftswegennetzes vor zum Teil mehreren Jahrzehnten noch nicht ahnen können, dass die Fahrzeuge solche Dimensionen erreichen würden. Eine Gewichtsbeschränkung für die Wege könnte zur Folge haben, dass Tankwagen mit dem Heizöl nicht mehr alle Kunden anfahren könnten oder die Anlieger ihren Müll selber über weite Strecken an die nächste Hauptstraße bringen müssten.
In seinem Jahresbericht hatte Berlau zunächst auf die positive Tatsache hingewiesen, dass Taarstedt trotz Wirtschafts- und Finanzkrise noch immer schuldenfrei sei. So habe man auch wieder einige Sanierungsmaßnahmen am Dorfzentrum „Alte Schule“ finanzieren können. Durch die Umrüstung der Straßenlampen auf Energie sparende Leuchtmittel könne man eine Energieersparnis von 45 Prozent verzeichnen. Ein Ärgernis seien nach wie vor Lampenschäden durch Vandalismus.
Nachdem im Dorf nunmehr fast alle Baulücken geschlossen seien, habe sich die Gemeinde entschlossen, ein Grundstück an der Schaalbyer Straße im Ortskern von Scholderup zu kaufen, um elf Baugrundstücke zu erschließen.
Das in zahlreichen Gemeinden heiß diskutierte Thema Breitbandversorgung ist in Taarstedt kein ernsthaftes Problem. Da der Hauptverteiler in der Gemeinde steht, gilt das Dorf nach den Richtlinien der Landesplanung mit Übertragungsgeschwindigkeiten von 16 Mega-Bits/Sekunde im Ortskern bis immerhin noch zirka drei Mega-Bits /Sekunde in den Außenbezirken bis auf Weiteres vollversorgt.Einziges Ärgernis in der Gemeinde ist aus Sicht Berlaus weiterhin die Situation entlang des fünf Kilometer langen Teilstückes des Radweges „Alte Bahntrasse“. Da durch den unerwarteten Ausstieg der Gemeinde Steinfeld eine bereits zugesagte 75-prozentige Förderung der Sanierungskosten verfallen sei, habe man noch keine Lösung gefunden, wie man den teils desolaten Zustand des Radweges dauerhaft verbessern könne, so Berlau.
Autor: gks, 17.03.2011 
Quelle: www.shz.de