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12.01.2011

Brandschutz in Gefahr: In Südangeln fehlt es an Ausbildern

Amt Südangeln

 

Bei nur 68 Einsätzen sei das vergangene Jahr für die Feuerwehren in Südangeln relativ ruhig verlaufen, berichtete Amtswehrführer Klaus Uck anlässlich einer Dienstversammlung der Führungskräfte im Klappholzer „Bürgerhaus“.
Die Zahl der Wehren hat sich wegen mehrerer Fusionen auf 20 verringert, und auch die Anzahl der Aktiven ist trotz 18 Neueintritten um 25 gegenüber dem Vorjahr gesunken. Moderne Technik ersetze Personal; deshalb sei die Anschaffung dreier neuer Löschfahrzeuge sowie neuen Rettungsgerätes für Neuberend um so wichtiger, meinte dazu Amtsvorsteher Hans-Werner Berlau. Kein Verständnis habe er allerdings für die derzeitige Förderpraxis auf Kreisebene. Über die Finanzhilfe aus der Feuerschutzsteuer müsse dringend geredet werden. Einen unschätzbaren Wert sah Berlau in den beiden Musikzügen und Bezirksjugendwehren auf Amtsebene.
Deren Leiter stellten ihre Einheiten mit einem Jahrespensum vor, das für die Musiker in Westerakeby „locker 120 Tage mit Musik“ umfasste und die 15 Ausbilder der Bezirksjugendfeuerwehr Tolk an 113 Tagen weit über 1000 Stunden forderte.
Doch es gab auch Probleme: So ist das breite Angebot für die Jugendfeuerwehr im Bezirk Böklund derzeit in Gefahr, weil von ohnehin nur fünf Ausbildern wegen langfristiger Erkrankung und Bundeswehrdienst nur noch zwei für 30 Jungen und sechs Mädchen bereit stehen. Für diese Aufgabe müssten sich dringend Freiwillige aus den Feuerwehren des Nordbezirks melden.
Auch die Kameraden der Ehrenabteilung im Nordbezirk suchen zur Aufrechterhaltung ihrer Ausflüge und Zusammenkünfte einen neuen Betreuer. Jetzt soll auf den anstehenden Jahresversammlungen ein neuer Chef für die alten Kameraden gesucht werden.
Dort soll auch amtsweit ein Stimmungsbild eingeholt werden, wie man die Öffentlichkeit stärker in die Arbeit einbeziehen kann mit dem Ziel, den seit Jahren anhaltenden Mitgliederschwund zu stoppen.
Trotz schwindender Mitgliederzahlen habe das Amt Südangeln bei der Anforderung zum Hochwassereinsatz an der Ostsee das kreisweit größte Kontingent an kurzfristig einsatzbereiten Helfern gestellt, lobte Kreiswehrführer Rainer Erichsen. Auch bei der Bedarfsplanung seien die Feuerwehren Südangelns Vorreiter im Kreisgebiet, und an alle Autofahrer gerichtet regte er an, dass man sich beim ADAC für den passenden Fahrzeugtyp die Rettungskarte besorge. Sie gehöre bei jedem Wagen hinter den Blendschutz auf der Fahrerseite, weil kein Feuerwehrhelfer mehr für jeden Wagentyp das nötige Sicherheitswissen im Kopf habe.Abschließend zeichneten der Kreisbrandmeister und Amtswehrführer Klaus Uck dessen Stellvertreter Björn Wilke und Lothar Beusen mit dem Feuerwehrehrenkreuz des Landes Schleswig-Holstein in Silber aus. Björn Wilke leitet seit elf Jahren die Bezirks-Jugenfeuerwehr Tolk, ist Kreisausbilder für Atemschutz, kreisweiter Ansprechpartner für die Brandschutzbedarfsplanung und seit 2008 zweiter Stellvertreter des Amtswehrführers. Hauptbrandmeister Lothar Beusen führt seit 1999 die Wehr Böklund, ist seit 2002 erster stellvertretender Amtswehrführer, seit 2004 Kreisausbilder für Unfallrettung sowie seit 2008 Mitglied im Vorstand des Kreisfeuerwehrverbandes.
Autor: stz, 12.01.2011 
Quelle: www.shz.de