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02.12.2010

Südangeln wird Stadtwerke-Gebiet

13 Gemeindevertretungen stimmen für einen Wegenutzungsvertrag mit dem Schleswiger Versorgungsunternehmen
Stolk

 

Bei der gemeinsamen Sitzung aller 16 Gemeindevertretungen des Amtes Südangeln in der Gaststätte „Zum Goldenen Stern“ stimmten 13 Gemeinden für die Vergabe der Wegenutzungsverträge an die Schleswiger Stadtwerke. Drei Gemeinden stimmten dagegen. In Nachverhandlungen erklärten sich die Stadtwerke bereit, auch bei dieser Konstellation ihr Angebot aufrechtzuerhalten.
„Zukunft ist kein Schicksalsschlag, sondern die Folge einer Entscheidung, die wir heute treffen“, las Amtsvorsteher Hans-Werner Berlau bei der Eröffnung der Sitzung vom Kalenderblatt des Tages vor. Mit der Vergabe der Verträge bestehe die Chance, etwas aufzubauen, was früher nicht möglich war, so Berlau.
Berater Rainer Steenbock von der Gesellschaft für Kommunalberatung und Kommunalentwicklung (GeKom) fasste die Eckpunkte seiner Abschlussempfehlung noch einmal zusammen. Nur die Bewerber Eon (jetzt Schleswig-Holstein Netz AG) und die Schleswiger Stadtwerke seien übriggeblieben. Beide hätten während der Bewerbungszeit ihr Angebot verbessert, lägen aber bei den Konzessionsabgaben auf gleicher Höhe. „Die Erwartung, dass bei einer Neuvergabe morgen mehr Geld in der Kasse ist, können Sie streichen“, wandte er sich an die Gemeinden. Seine Empfehlung basiere allein auf der höheren „Kommunalfreundlichkeit der Stadtwerke“, die den Gemeinden einen Anteil an der Netzgesellschaft von mehr als 51 Prozent einräumt. Eon beschränke diese Beteiligung bei vergleichbaren garantierten Renditen auf 49 Prozent. Die Entscheidung über eine Beteiligung stehe nicht unter Zeitdruck. Jede Gemeinde könne diese innerhalb der kommenden fünf Jahre treffen, so Steenbock.
Fragen der Einwohner sowie der Gemeindevertreter beschäftigten sich mit der finanziellen Unsicherheit einer derartigen Beteiligung, der technischen Leistungsfähigkeit der Stadtwerke, der Höhe der Gewerbesteuer und der Zukunft der Arbeitsplätze der Eon-Mitarbeiter in diesem Bereich.
Tolks Bürgermeister Andreas Thiessen outete diese Fragesteller aber überwiegend als Eon-Mitarbeiter und brachte das für ihn entscheidende Argument: „Bei den Stadtwerken können die Gemeinden Einfluss nehmen – bei der Eon nicht.“ Dennoch entschieden sich Klappholz, Stolk und Havetoft gegen den vorliegenden Vertragsentwurf mit den Stadtwerken.
Da das Angebot der Stadtwerke nur für das gesamte Amtsgebiet galt, wurde Heiko Albert, der Leitende Verwaltungsbeamte, beauftragt zu klären, ob es auch für das um drei Gemeinden reduzierte Gebiet aufrechterhalten wird. Zwischenzeitlich haben die Stadtwerke diese Werte auch für das kleinere Gebiet bestätigt.„Wir wussten, dass einige Gemeinden bei der Eon bleiben wollten“, kommentierte Amtsvorsteher Berlau die Abstimmung. Deshalb werte er das Ergebnis als positiv. Denn immerhin hätten 13 Gemeinden dafür gestimmt. „Ich bedaure nur, dass diese Dörfer jetzt quasi isoliert sind und auch beim Breitbandausbau ein eigenes Konzept entwickeln müssen“, erklärte er nach der Sitzung.
Autor: ql, 02.12.2010 
Quelle: www.shz.de